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Die Zwergenruine Ammarindar

Hammer 5, Year of the Ageless One (1479DR)

Am nächsten Morgen brechen die Gefährten ausgeruht und von Wirt Marsh Laval großzügig mit Proviant ausgestattet zur Zwergenruine auf. Der beschriebene Weg führt sie durch den Southwood und endet bei einer steinernen Ruine, das Ziel scheint erreicht. Die Ruine ist sehr verfallen und instabil, denn ein Teil des Bodens bricht ein, als sie sich vorsichtig dort umsehen.

Eine Geheimtür erweckt ihre Aufmerksamkeit und schnell betreten sie den leeren abschüssigen Gang dahinter, der von Fackeln ausgeleuchtet wird. Nach einigen Windungen stehen sie vor einer weiteren Geheimtür, welche die geschickte Bonny wieder öffnen kann. Die Tür öffnet sich in eine große Säulenhalle, in der die Deckentrümmer vom Hof gelandet sind. Ein paar imposante Zwergenstatuen stehen auf der rechten Seite. Doch nicht nur diese erwarten sie dort, sondern auch eine Horde Goblins, die wenig erfreut sind über die Eindringlinge.
Die Waffen gezückt, die Stäbe bereit, stürzen sich die vier wagemutig in den Kampf und schlagen die fiesen Goblins einen nach dem anderen. Blutig und angeschlagen sehen sie sich im Anschluß in der großen Halle um. Am anderen Ende entdecken sie eine runde Plattform mit seltsamen Zwergenrunen, die gemäß Bjorgrim keinen Sinn ergeben. OrcLex erkennt zumindest, daß es sich um eine Transportplattform handelt. Eine weitere Tür befindet sich rechter Hand, aber erschöpft beschließen die Gefährten, erstmal ihre Wunden zu versorgen und eine lange Rast einzulegen, bevor sie sich weiter umsehen.

Pogan, der Barbar

Nach einer unruhigen und zugigen Nacht, ständig die halboffene Geheimtür in Auge, machen sich die vier daran, ihr Lager abzubrechen und tiefer in die unterirdischen Verliese der Zwergenruine vorzustoßen. Sie haben noch nicht mal ihr Bündel zusammengepackt, als lautes Geschrei aus dem Gang ertönt, aus dem sie gekommen sind. Ein wild aussehender Barbar stürmt mit gezückter Axt in den Raum. Er starrt die vier überrascht an. Vier Augenpaare starren ebenso überrascht zurück. OrcLex erhascht einen Blick über die Schulter des Barbaren und erkennt eine Horde wütender Goblins, offensichtlich gehören sie zu den jetzigen Bewohnern der Ruine.
“Tür zu!” herrscht er den perplexen Barbaren an, doch es ist zu spät. Die kleinen Monster drängen in den Raum. “Wer bist du?” fragt OrcLex scharf. “Ein Barbar! Scharf auf Abenteuer!” antwortet der Neuankömmling.
“Der Feind unseres Feindes ist unser Freund, oder?”, murmelt OrcLex und sieht seine Gefährten fragend an. Die anderen drei nicken wortlos und zücken ihre Waffen. Später ist noch genug Zeit, den Barbaren zu befragen. Der Kampf ist hart und lang, aber schließlich liegt auch der letzte Goblin tot im Staub.

Eilig raffen die fünf ihre Habe zusammen, um den Raum endlich hinter sich zu lassen, bevor die nächsten Monster auftauchen. OrcLex möchte unbedingt noch die Transportplattform mit einer Goblinleiche ausprobieren, wird aber von den anderen genervt überstimmt. Blutend, erschöpft und jegliche Vorsicht außer Acht lassend stürmen sie in den nächsten Gang. Immerhin kommen sie so ein paar Meter weit.
In der Mitte des Ganges schieben sich dumpf grunzend und wütend kreischend die nächsten Feinde den Fünfen in den Weg. Wütende Goblins stürmen rechts aus einem kleinen Raum, in dem eine monströse Ogerstatue zu erkennen ist.

Links ist eine Krypta mit Fallgittern, aus denen der faulige Atem des Todes emporsteigt – und ein paar unheilvoll aussehende Zombies – untote Zwerge. Dahinter endet der Gang abrupt in ein paar Treppenstufen, die weiter nach unten führen. Die Zombies stürzen sich sofort hungrig auf die Helden.

Die Goblins wissen den engen Gang und die Ungeduld des Barbaren gut zu nutzen. Mit knapper Not entgeht der Barbar dem Tod, nicht zuletzt dank Bjorgrims Heilkünsten. Den Gefährten entgeht dabei nicht, daß OrcLex zwar wie zuvor Feinde kaum trifft, aber als der Barbar zufällig im Weg steht, ist das plötzlich ganz anders: er haut den Barbaren völlig um. Zum Glück ist die Schlagkraft der anderen stark genug, so daß auch der letzte Goblin schließlich tot darnieder sinkt.

Neugierig durchsuchen sie die Gefallenen, aber sie finden nichts von Wert. Bonny schlüpft flink in die Krypta, dicht gefolgt von OrcLex und findet dort 20 Gold und einen Rubin im Wert von 100 Gold. Unauffällig läßt Bonny die Beute in ihre Tasche gleiten. Die anderen sehen sich derweil im rechten Raum um.
Sie untersuchen interessiert die Statue im Raum, offensichtlich ein Schrein. Eine alte steinerne Zwergenstatue, die zu einer Ogerstatue umgebaut wurde. Sie ist geformt aus Matsch und Dreck. Davor haben die Goblins diverse Opfergaben gelegt: 117 Gold und eine Potion of Healing (10 HP ) wandern erst mal in den Besitz der Helden.
Unentschlossen, was sie mit dem Barbaren machen sollen, der sich inzwischen als Pogan vorgestellt hat, beschließen sie, eine kurze Rast einzulegen, um das weitere Vorgehen und die Beuteverteilung zu besprechen. Die Beute wollen sie erst mal sammeln und am Ende zwischen allen aufteilen.

Malefica

Pogan schließt sich den Helden freudig an und folgt begeistert OrcLex Vorschlag, sich die Plattform im ersten Raum nochmal näher anzusehen. Aleena, Bonny und Bjorgrim wollen derweil aber schon mal die Katakomben weiter unten erkunden.
„Bis später.“ verabschiedet sich OrcLex mit einem freundschaftlichen Klaps auf die Schulter Bjorgrims und verschwindet grinsend und händereibend mit wehender Robe in Richtung Transportplattform. Der Barbar folgt ihm stampfenden Schrittes.
Kopfschüttelnd wenden sich die anderen der Treppe zu und steigen hinab. Bonny erreicht die große Doppeltür am Fuße der Treppe als erste und öffnet sie nach aufmerksamem Horchen vorsichtig, Eine dunkle Frauenstimme ist zu hören, die mal laut vor sich hinflucht, mal leise vor sich hingrummelt.

Bonny verwandelt sich kurzerhand in eine Ratte und erkundet den von Fackeln erleuchteten Gang vor sich leichtpfotig. In regelmäßigen Abständen befinden sich Nischen in der Wand und in einer davon sitzt eine angekettete Tieflingfrau, die Quelle des Fluchens ist gefunden. Ein paar Nischen weiter liegt ein Bündel neben einem Speer. Die anderen Nischen haben nichts Interessantes außer Schmutz und Unrat zu bieten. Unbemerkt von der Tieflingfrau kehrt Bonny zu den anderen zurück, um Bericht zu erstatten.
„Sie ist groß und gut gebaut, hat rötliche Haut, imposante tolle Hörner, ist sehr sexy und…“ „Danke, ich habe das Bild“ unterbricht Aleena sie. „Tieflinge sind stark und stolz, aber auch laut und unberechenbar und nun ja, eben dämonisch. Laßt uns herausfinden, was sie hier macht.“ wirft Bjorgrim ein und marschiert los.
„Was glotzt ihr mich so an?“ herrscht die Frau sie an und springt ihnen urplötzlich soweit entgegen, wie ihre Ketten es erlauben, was zum Glück nicht weit ist. „Ähhh, was machst Du hier?“ fragt Aleena erschrocken und nimmt sich im gleichen Moment vor, an ihrer Wortgewandtheit zu feilen. „Ich bin eine Gute!“ antwortet die Frau. „Eine Gute?“ antwortet Aleena skeptisch und starrt auf die rostigen Eisenketten an den Handgelenken. „Gut in dem, was ich tue!“ kommt die trotzige Antwort. „Ich kann gut zaubern, hab einen geilen Speer und kann ultragut fluchen!“

Bonny nickt bestätigend und kann die Augen kaum abwenden. „Und gut mit Ketten rasseln.“ murmelt Aleena halblaut. „Wie ist dein Name, Tiefling?“ fragt Bjorgrim. „Weißt du, was mein Name bedeutet? Der Name ist Programm! Ich lasse mich nicht so schnell ins Bockshorn jagen!“, sagt die Tieflingfrau. Kettenrasseln.
Mit hochgezogener Augenbraue gleitet der Blick Aleenas zu den imposanten Hörnern. Sie will gerade dezent darauf hinweisen, daß sie den Namen doch noch gar nicht wissen, als sie die Tieflingfrau mit ihren folgenden Worten überrascht: „Ich bin ein besserer Zauberer als der, den ihr habt!

„Du kennst OrcLex?“ rutscht es Aleena raus. Die Tieflingfrau grinst nur diabolisch und nickt.
Aleena winkt Bjorgrim und Bonny zu sich und berät sich flüsternd mit ihnen. Sie stimmen darin überein, daß ein „richtiger“ Magier sicher gut hier zu gebrauchen sei. Sobald die anderen beiden wieder da sind, wollen sie die Tieflingfrau näher befragen.
„Also gut, Tiefling, wir machen dich los, wenn du uns hilfst.“ verkündet Aleena. Wortlos und immer noch grinsend streckt ihnen die Frau ihre Handgelenke mit den Eisenfesseln entgegen. Für Bonny eine Sache von Sekunden und die Fesseln fallen.
„Ich bin Malefica“, meint die Tieflingfrau beiläufig, als sie sich geschmeidig zur vollen Größe aufrichtet. Auch wenn Aleena nicht weiß warum – ihr läuft ein Schauer über den Rücken.
Sie rücken weiter vor, Bonny immer leichtfüßig ein paar Schritte voran an der Spitze. Beim nächsten Alkoven rechts um die Ecke liegt das Bündel, welches Bonny jetzt schnell und professionell durchsucht: sie findet das, was jeder Abenteurer, der was auf sich hält, bei sich führt, Bettrolle, Schminkspiegel, Seil, Fackeln und sonstiger Kram und 31 Gold. Das Gold verschwindet flink in Bonnys Tasche, bevor die anderen drei um die Ecke kommen.

Die Tieflingfrau ist überaus erfreut ihre Sachen so nah zu finden und stürzt sich sofort auf das Bündel und ihren Speer. Ein paar Schritte weiter endet der Gang in einer weiteren Doppeltür. Gedämpfte Stimmen sind dahinter zu hören. Goblins!

„Verdammte Goblins!“ flucht Malefica laut. „Bist du doof? Da hinter sind Goblins!.“ zischt
Bonny und knufft sie mit dem Ellbogen in die Rippen. Mit gezückten Waffen öffnet Bonny vorsichtig die Tür – sofort fliegt ein Pfeil durch den Spalt.

„Wo sie recht hat, hat sie recht: verdammte Goblins“, zischt Aleena und stößt entschlossen die Türen ganz auf. Eine große Halle liegt dahinter. Die Nord-West-Ecke linker Hand verliert sich in der Dunkelheit, aber eine Treppe scheint hinabzuführen. Vor dem dunklen Loch liegt eine weitere runde Steinplatte mit goldenen zwergischen Runen, die der Steinplatte im ersten Raum zum Verwechseln ähnlich sieht – wohl eine weitere Transportplattform.

Im hinteren Teil des Raumes steht auf der rechten Seite ein Springbrunnen mit munter plätscherndem Wasser, was angesichts des dahinter lauernden Goblinbogenschützens – mit gespanntem Bogen- etwas deplatziert wirkt. Ein fluchender stabschwingender Goblinhexer steht gleich links daneben in der Nähe des dunklen Abgrunds.
Zwei Goblinkrieger, größer als alle Goblins, die sie bisher gesehen habe, aber genauso häßlich und übelriechend. schieben sich den vieren in den Weg und blockieren finster starrend den Weg.

„Hobgoblins!“ flucht Bjorgrim halblaut, als er zu ihnen aufsieht. Die Flüche des Hexers ergeben auch plötzlich einen Sinn, als auf der runden Plattform aus dem Nichts ein weiterer Goblinkrieger mit einem Wurfspieß auftaucht und der Hexer triumphal aufheult. „So funktionieren die Dinger also, hat jema…“ meint Aleena, gerade als .der nächste Pfeil auf sie zufliegt und sie schwer verwundet. Der Goblinbogenschütze grinst fies. Malefica stellt zum ersten Mal ihre magischen Talente zur Schau und teleportiert sich hinter die Goblinkrieger an der Tür. Die gucken etwas komisch, als die Tieflingfrau plötzlich verschwindet.

Nach einigem Schlagabtausch weichen die Krieger an der Tür endlich zur Seite. Der Bogenschütze und der Speerwerfer sind zwar lästig, aber nicht sehr geschickt im Kampf.
Der Hexer dagegen weiß seine Magie gut einzusetzen, doch auch er kann nicht verhindern, daß die beiden Krieger unter den vereinten Kräften der vier Gefährten fallen. Diese sind angeschlagen und blutend, aber beflügelt von ihrem Teilerfolg.
Bonny wirft sich sofort dem Hexer entgegen und verwundet diesen schwer. „Autsch, du Ratte“ zischt der Hexer wütend und holt zum Gegenschlag aus. Aleena und Bjorgrim eilen Bonny sofort heldenhaft zu Hilfe, während Malefica sich indessen vorne mit dem Speerträger vergnügen will.

„Ähh, Malefica, willst du wirklich alleine mit dem Goblin da bleiben?“ fragt Bjorgrim skeptisch. „Ja, der ist ja ein bissl dusslig und trifft eh nie, den mach ich kalt!“, meint Malefica großspurig.
Das verletzt den Goblinwerfer offensichtlich in seiner Ehre, er kreischt wütend auf und holt zum Wurf aus – und trifft diesmal mit beeindruckender Präzision und Trefferkraft.
„Hah, soll mal keiner sagen, es hätte sie keiner gewarnt“, murmelt Aleena mit einem Hauch Schadenfreude. Die blutende Tieflingfrau wirft dem Goblinwerfer einen bösen wir-sind-noch-nicht-fertig-miteinander-Blick zu, eilt aber an die Seite der anderen.
Der Hexer intoniert einen weiteren unheilvollen Fluch und zeigt mit seinem Stab auf Bonny. Kurzentschlossen rauscht Bonny auf ihn zu und stößt ihn kaltlächelnd in den dunklen Abgrund.
„Gut gemacht, Bonny!“ lobt Aleena anerkennend und die anderen nicken zustimmend.
Der Tod ihres Hexers läßt den Mut der verbleibenden beiden Goblins verpuffen, sie fliehen in Richtung Tür. Der letzte Goblinkrieger zerfällt unter Bjorgrims magischer Attacke zu Staub.

Bjorgrim versorgt die Wunden der Gefährten provisorisch und sie durchsuchen schnell die toten Goblins, sie finden nur die üblichen wertlosen Gegenstände und grob gefertigte Waffen.
Der Brunnen scheint nur der Dekoration zu dienen, auch wenn es verblüffend ist, daß er nach all der Zeit noch Wasser führt.
Der Abgrund entpuppt sich als ungefähr 30 Meter tiefer runder Grabschacht, an dessen Wand sich eine schmale steinerne Wendeltreppe nach unten windet. In regelmäßigen Abständen sind Fackeln angebracht. In den Wänden sind Nischen, in denen die Überreste von Zwergen neben Goblinunrat zu erkennen sind. Wertvolles scheint es dort nicht mehr zu geben. Der Boden des Schachtes ist gerade zu erahnen, ganz schwach ist eine grüne Lache zu erkennen – und eine Goblinhexerleiche.

Malefica unterdessen interessiert die Transportplattform viel mehr. Natürlich kann sich keiner an die Worte des Hexers erinnern, mit denen er den Krieger auf der Plattform beschworen hat. Nach kurzer Diskussion hüpft Malefica kurzentschlossen auf die Plattform und verschwindet.
„Was macht diese Dinger für Magier nur so anziehend?“ fragt Aleena laut. Die anderen beiden zucken nur mit den Schultern. Nach ein paar Sekunden taucht Malefica wieder auf. Aleena und Bjorgrim lassen sich überreden, ihr zu folgen, während Bonny sich strikt weigert, auch nur einen Schritt in Richtung Plattform zu machen und sich lieber die verbleibende Tür ansehen will.
Die Plattform führt in einen leeren außerdimensionalen Raum, der als Lager genutzt werden kann, sofern man das Kommandowort kennt, wie Aleena plötzlich erkennt, als sie sich selbst schwebend im Nichts wiederfindet. Sie schafft es nur knapp, die enttäuschte Malefica davon zu überzeugen, das dort tatsächlich nichts weiter ist.
Bonny hat derweil schon die Tür untersucht, sie ist verriegelt und bleibt es auch – trotz aller Tricks, die Bonny und Bjorgrim einsetzten.

Frustriert steigen sie die Wendeltreppe runter. Auf halben Weg stolpern sie über einen zerfetzten schwarzen Umhang, der seine besten Tage schon lange hinter sich hat, es ist nicht zu erkennen, wie lange er schon hier liegt. Interessant ist allerdings eine Notiz in der Tasche:

„Sagt das jemandem was?“ fragt Malefica. Aleena nickt. „Ja, Netheril war einst ein magisches Königreich der Menschen im Norden Faerûns, das vor 1000 Jahren untergegangen ist. Vor 100 Jahren ist es wieder aufgetaucht. Die City of Shade wird von den 12 Princes of Shades regiert. Clariburnus ist der zweitjüngste der Prinzen“, beendet Aleena ihre Ausführungen.

Die vier starren sich etwas ratlos an. „Hmm, allzuviele magische Artefakte sind uns hier ja noch nicht untergekommen. Wir sollten uns später darum kümmern, was es mit der Notiz auf sich hat“, meint Aleena und verstaut sie in ihrem Bündel.

Unten im Schacht entdecken sie einen einzelnen grob gehauenen Gang, offensichtlich ist dieser nachträglich in den Fels getrieben worden, denn er läßt die zwergische Kunstfertigkeit des restlichen Grabes vermissen. Bonny erkundet den Gang in ihrer Rattenform. Nach kurzer Zeit kommt sie wieder und berichtet den anderen. Der Gang mündet in eine sechs Mal sechs große Höhle mit einem einzelnen grobgehauenen steinernen Sarkophag. In der Höhle ist ein einzelner Goblin, sehr bunt und sehr auffällig und er murmelt die ganze Zeit vor sich hin. “Das ist bestimmt Sancossoug!”, beendet Bonny ihren Bericht.
Aleena will gleich kurzen Prozess machen, aber Bjorgrim besteht darauf, eine Rast an einem sicheren Ort einzulegen und am nächsten Morgen wiederzukommen. Bonny durchsucht noch die Leiche des zerschmetterten Goblinhexers und hält triumphierend einen Schlüssel in die Höhe: "Könnte in die Tür oben passen.“

Wie sich herausstellt, hat sie damit Recht. Dahinter liegt eine natürliche kleine Höhle.
Der Geruch nach Tod und Goblinexkrementen verschlägt ihnen fast den Atem. An den Wänden liegt Unrat, zerbrochene Rüstungen, Geröll und schmutzige Heuhaufen. Mit unfehlbarem Gespür zieht Bonny aus einer Ecke dennoch etwas Wertvolles: zwei Silberstatuen zu je 50 Gold, drei edelsteinbesetzte Goldringe zu je 30 Gold und ein sehr gutaussehendes Zwergenkettenhemd (+1AC), das Bjorgrim wie angegossen passt.
Bjorgrim will auch die restlichen Gegenstände einstecken, doch das gefällt Bonny so gar nicht. “Gib ihm das Zeug schon. Wir hatten beschlossen, alles erst mal zu sammeln!” faucht sie Aleena genervt an. “Nein! Er ist ein Zwerg!”, antwortet Bonny. “Was? Er ist ein Priester, ich vertraue ihm!”, hält Aleena dagegen. “Er ist ein Zwerg! Ich gebe ihm definitiv keine Wertgegenstände!” beendete Bonny die Diskussion und legt sich demonstrativ zum Schlafen in eine Ecke. Ihr gefülltes Bündel umarmend, das Horntotem sichtbar in der Hand.
“Laß gut sein, Aleena.” hält der Zwerg Aleena am Arm zurück, als sie einen Schritt auf Bonny zugehen will. “Ich halte die erste Wache!” Aleena nickt widerwillig.

Sancossoug

Die Nacht verläuft wider Erwarten ruhig, keine Goblins, untote Zwerge oder gar wiedererweckte Ogerkönige wollen die übelriechende Höhle betreten. Nach einen kargen Frühstück mit frostigem Schweigen ziehen die vier los, um nach ihrem vermissten Zauberer und Barbaren zu suchen.
Von denen fehlt jede Spur, die Transportplattform lehnt inzwischen an der Wand. Fußspuren führen von der alten Stelle hierher. Sie entdecken Spuren einer Rast und dann führen die Spuren zum Ausgang der Katakomben. Hinter der Steinplatte finden sie eine Notiz-in der grauenhaften Handschrift OrcLex verfasst: „Die Steinplatte scheint nützlich zu sein, haben versucht, sie abzutransportieren, holen Hilfe.“ „Wir sind also auf uns gestellt. Laßt uns zu Sancossoug zurückzukehren. Wer weiß wann OrcLex und Pogan wieder da sein werden.“ schlägt Bjorgrim vor. Nach kurzer Diskussion stimmen die anderen zu.

Vorsichtig schleichen sie wieder zurück und die Wendeltreppe runter. Alles ist ruhig. Der Goblinhexer am Boden riecht langsam komisch, aber keine neuen Feinde sind in Sicht. Der Schamane scheint von all dem Geschehen gestern nichts mitbekommen zu haben. Sie rücken weiter vor durch den Gang und stellen sich Sancossoug in der Grabkammer entgegen. Der hockt immer noch vor sich hin brabbelnd auf dem Sarkophag. Seine Augen weiten sich, als er der Helden gewahr wird und er springt erschrocken auf.
„Wie seid ihr hier reingekommen? Das ist heiliger Boden! Verschwindet von hier! Geht weg, geht weg! Mein Gott ist mit mir! Heiliger Boden!“

Er greift in den Sarkophag unter sich und holt einen gehörnten Schädel hervor – ein Horn ist abgebrochen, ein Stück Wirbelsäule dient als Griff. „Ich werde nicht weichen! Heiliger Boden! Heiliger Boden!“ kreischt er immer hysterischer. „Gebt uns den Schädel, dann lassen wir euch vielleicht am Leben.“ antwortet Aleena. Bonny zückt das Horntotem. „Gebt mir das, das gehört mir!“ wütet Sancossoug, als er das Horntotem erkennt. „Leck mich!“ antwortet Bonny und attackiert.
Sancossoug läßt den Schädel fallen und geht zum Gegenangriff über. Die Helden versuchen ihn in die Ecke zu drängen, aber der Schamane entzieht sich jedes Mal geschickt. Mit vereinten Kräften verwunden sie den Schamanen schwer. Sancossoug flieht in Panik. Aber er entkommt ihnen nicht, er wird noch im Gang niedergemetzelt.
Wertvolles hat er nicht bei sich, das Skulltotem scheint sein einziger Schatz gewesen zu sein. Aleena hebt den Schädel vor dem Sarkophag auf. „Das war‘s dann wohl mit dem Ogreking“, meint Aleena lakonisch, als sie den Schädel von allen Seiten betrachtet „Laßt uns von hier verschwinden und nach Loudwater zurückkehren. Ich hoffe, wir finden unsere beiden Verschollenen auf dem Weg.“

Kurz vor dem Höhleneingang hören sie Stimmen, offensichtlich ein Zauberer und ein Barbar, die laut diskutieren. Die zwei Nachzügler zeigen sich mäßig überrascht, dass die Gruppe noch Zuwachs bekommen hat. Malefica führt sich charmant ein: „Ich kenne dich aus meinen Träumen!“ meint sie zu OrcLex. “Sie steht auf mich!” strahlt der und errötet zart. “Ich steh nich auf dich! Ich hab nur einmal von dir geträumt!” stellt sie klar. Der Barbar schaut interessiert.

Malefica berichtet, dass OrcLex in ihrem Traum von Teufeln in deren Hölle verschleppt wird.
Die Gefährten diskutieren lang und hitzig, was mit der Transportplattform geschehen soll, OrcLex und Pogan würden sie am liebsten mit in die Stadt nehmen, aber das dauert zu lange, nämlich eine ganze Woche. Sie kehren also OHNE Plattform nach Loudwater zurück.

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Überfall in Loudwater

Hammer 4, Year of the Ageless One (1479DR)

Die junge Aleena ist auf der Suche nach Gefährten, die ihr nach der Suche nach ihrer Familiengeschichte helfen. In der Green Tankard Tavern von Loudwater trifft sie am frühen Nachmittag in Begleitung ihrer Leibwächterin Bonny den Zwerg Bjorgrim, einen Priester Oghmas, die bekanntermaßen immer auf der Suche nach Wissen sind und seinen Begleiter, den Halb-Elfen OrcLex, ein Zauberer, der ebenfalls auf der Suche nach Wissen ist. Beide willigen ein, ihr bei der Suche zu helfen, gegen eine großzügige Spende an die Kirche, versteht sich.

Als die vier die Taverne verlassen, erschüttert eine Explosion den Boden und reißt eine Bresche in die Stadtmauer. Als der Rauch sich legt, sehen die vier Gefährten mit Schrecken, daß eine Horde Goblins in die Stadt stürmt. Von der Stadtwache ist weit und breit nichts zu sehen, also stürzen sich die vier heroisch in den Kampf, um die Bürger zu schützen und die finsteren Kreaturen aufzuhalten.
Trotz ihres beherzten Eingreifens können sie nicht alle Bürger retten, aber Stück für Stück die Reihen der Goblins minimieren.

Sie verfolgen die kleinen Monster bis in einen kleinen Laden namens Garwan’s Curiosities und beobachten, wie diese etwas aus den Regalen entwenden, was offensichtlich das Ziel dieser Aktion war. Entschlossen stellen sie den letzten Goblin auf der Türschwelle des Ladens.
Nach dessen unvermeidlichem Ableben untersuchen sie den Gegenstand, der so wichtig für ihn war: ein Horn Totem – ein Dolch, der primitiv aus dem Horn einer großen Kreatur gefertigt wurde – wertvoll und mit magischen Eigenschaften. Der aufgeregte Ladenbesitzer, der Zwerg Garwan, kann sich nicht erklären, warum die Kreaturen ausgerechnet diesen Dolch haben wollten, aber er überläßt ihn den Gefährten aus Dankbarkeit.
Sie erfahren, daß der Ladenbesitzer den Dolch von Curuvar the Brazen, einem exzentrischen stadtbekannten Zauberer gekauft hat.

Neugierig durchsuchen sie die restlichen Leichen der Goblins und finden tatsächlich einen Fetzen Pergament mit seltsamen Zeichen darauf. Bjorgrim ist als Priester Oghmas in der Lage, die Zeichen zu verstehen und übersetzt die Nachricht:

Inzwischen ist auch Hauptmann Majyar von der Stadtwache mit seinen Leuten eingetroffen, was OrcLex daran hindert, die Leichen der Zivilisten zu plündern. Hauptmann Majyar kann sich keinen Reim auf den Überfall machen, auch der Inhalt der Notiz sagt ihm wenig bis nichts. Er kennt zwar die Zwergenruine Ammarindar, aber er kann nichts mit dem Ogre King anfangen. Er verspricht den vieren aber voller Dankbarkeit für deren Hilfe eine Audienz bei der Gouverneurin Lady Moonfire.

Curuvar the Brazen

Erschöpft begeben sich Aleena, Bonny und OrcLex in die Green Tankard Tavern, um dort auf Bjorgrim zu warten, der ein Gebet für die gefallenen Bürger sprechen möchte. Der Wirt Marsh Laval, ein Halbling, spendiert voller Bewunderung großzügig Getränke und Unterkunft und plaudert ein wenig über das Geschehen der Stadt. Offensichtlich macht er sich auch Sorgen um die anhaltende Rattenplage. Er verspricht, die Gefährten auf den Zauberer Curuvar aufmerksam zu machen, den er später am Tag noch erwartet.
Wie sich herausstellt, ist dies gar nicht notwendig, denn kurz nachdem Bjorgrim wieder da ist, betritt ein Mann die Taverne, der selbst aus einer Menge von auffälligen Zauberern noch hervorstechen würde.

Sehr hilfsbereit ist der verschrobene Curuvar allerdings nicht. Immerhin erfahren die Gefährten, daß noch ein zweites Relikt, das Skull Totem, in der Zwergenruine sein soll und wie sie dorthin kommen. Bjorgrim berichtet den Gefährten im Anschluß, was er über den Ogre King weiß: „Die Kreatur, die später als Ogre King bekannt werden sollte, entdeckte vor etwa 80 Jahren die Ruinen des Zwergenreiches von Ammarindar im Southwood. Er richtete dort sein Lager ein und versklavte einen Stamm Goblins. Der Ogre King herrschte nur 10 Jahre, während dieser Zeit terrorisierten seine Goblins die Gegend. Der Ogre King wurde von einer Gruppe Abenteurer erschlagen, die zu der Zeit in die Gegend kamen.“

Lady Moonfire

Eine Stadtwache begleitet die Gefährten später am Abend zur beeindruckenden steinernen Residenz der Gouverneurin Lady Moonfire, einer schönen Halb-Elfin, deren Vater schon Gouverneur von Loudwater war.

Als Aleena gewohnt arrogant deren Wissenskompetenz in Frage stellt, wirft sie die Gefährten kurzerhand vor die Tür, ohne daß diese noch Näheres erfahren können. Bjorgrim, verärgert über Aleena, versucht zu schlichten, aber die Gouverneurin will keine weitere Audienz gewähren.
Enttäuscht kehren die vier in die Taverne zurück und begeben sich zur Ruhe. Aleena ist deutliche in ihrem Stolz gekränkt wegen des Vorfalls mit der ihrer Ansicht nach unfähigen Lady Moonfire. Sie beansprucht verärgert ein Zimmer für sich alleine, was von Bonny nur widerwillig akzeptiert wird.

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