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Überfall in Loudwater

Hammer 4, Year of the Ageless One (1479DR)

Die junge Aleena ist auf der Suche nach Gefährten, die ihr nach der Suche nach ihrer Familiengeschichte helfen. In der Green Tankard Tavern von Loudwater trifft sie am frühen Nachmittag in Begleitung ihrer Leibwächterin Bonny den Zwerg Bjorgrim, einen Priester Oghmas, die bekanntermaßen immer auf der Suche nach Wissen sind und seinen Begleiter, den Halb-Elfen OrcLex, ein Zauberer, der ebenfalls auf der Suche nach Wissen ist. Beide willigen ein, ihr bei der Suche zu helfen, gegen eine großzügige Spende an die Kirche, versteht sich.

Als die vier die Taverne verlassen, erschüttert eine Explosion den Boden und reißt eine Bresche in die Stadtmauer. Als der Rauch sich legt, sehen die vier Gefährten mit Schrecken, daß eine Horde Goblins in die Stadt stürmt. Von der Stadtwache ist weit und breit nichts zu sehen, also stürzen sich die vier heroisch in den Kampf, um die Bürger zu schützen und die finsteren Kreaturen aufzuhalten.
Trotz ihres beherzten Eingreifens können sie nicht alle Bürger retten, aber Stück für Stück die Reihen der Goblins minimieren.

Sie verfolgen die kleinen Monster bis in einen kleinen Laden namens Garwan’s Curiosities und beobachten, wie diese etwas aus den Regalen entwenden, was offensichtlich das Ziel dieser Aktion war. Entschlossen stellen sie den letzten Goblin auf der Türschwelle des Ladens.
Nach dessen unvermeidlichem Ableben untersuchen sie den Gegenstand, der so wichtig für ihn war: ein Horn Totem – ein Dolch, der primitiv aus dem Horn einer großen Kreatur gefertigt wurde – wertvoll und mit magischen Eigenschaften. Der aufgeregte Ladenbesitzer, der Zwerg Garwan, kann sich nicht erklären, warum die Kreaturen ausgerechnet diesen Dolch haben wollten, aber er überläßt ihn den Gefährten aus Dankbarkeit.
Sie erfahren, daß der Ladenbesitzer den Dolch von Curuvar the Brazen, einem exzentrischen stadtbekannten Zauberer gekauft hat.

Neugierig durchsuchen sie die restlichen Leichen der Goblins und finden tatsächlich einen Fetzen Pergament mit seltsamen Zeichen darauf. Bjorgrim ist als Priester Oghmas in der Lage, die Zeichen zu verstehen und übersetzt die Nachricht:

Inzwischen ist auch Hauptmann Majyar von der Stadtwache mit seinen Leuten eingetroffen, was OrcLex daran hindert, die Leichen der Zivilisten zu plündern. Hauptmann Majyar kann sich keinen Reim auf den Überfall machen, auch der Inhalt der Notiz sagt ihm wenig bis nichts. Er kennt zwar die Zwergenruine Ammarindar, aber er kann nichts mit dem Ogre King anfangen. Er verspricht den vieren aber voller Dankbarkeit für deren Hilfe eine Audienz bei der Gouverneurin Lady Moonfire.

Curuvar the Brazen

Erschöpft begeben sich Aleena, Bonny und OrcLex in die Green Tankard Tavern, um dort auf Bjorgrim zu warten, der ein Gebet für die gefallenen Bürger sprechen möchte. Der Wirt Marsh Laval, ein Halbling, spendiert voller Bewunderung großzügig Getränke und Unterkunft und plaudert ein wenig über das Geschehen der Stadt. Offensichtlich macht er sich auch Sorgen um die anhaltende Rattenplage. Er verspricht, die Gefährten auf den Zauberer Curuvar aufmerksam zu machen, den er später am Tag noch erwartet.
Wie sich herausstellt, ist dies gar nicht notwendig, denn kurz nachdem Bjorgrim wieder da ist, betritt ein Mann die Taverne, der selbst aus einer Menge von auffälligen Zauberern noch hervorstechen würde.

Sehr hilfsbereit ist der verschrobene Curuvar allerdings nicht. Immerhin erfahren die Gefährten, daß noch ein zweites Relikt, das Skull Totem, in der Zwergenruine sein soll und wie sie dorthin kommen. Bjorgrim berichtet den Gefährten im Anschluß, was er über den Ogre King weiß: „Die Kreatur, die später als Ogre King bekannt werden sollte, entdeckte vor etwa 80 Jahren die Ruinen des Zwergenreiches von Ammarindar im Southwood. Er richtete dort sein Lager ein und versklavte einen Stamm Goblins. Der Ogre King herrschte nur 10 Jahre, während dieser Zeit terrorisierten seine Goblins die Gegend. Der Ogre King wurde von einer Gruppe Abenteurer erschlagen, die zu der Zeit in die Gegend kamen.“

Lady Moonfire

Eine Stadtwache begleitet die Gefährten später am Abend zur beeindruckenden steinernen Residenz der Gouverneurin Lady Moonfire, einer schönen Halb-Elfin, deren Vater schon Gouverneur von Loudwater war.

Als Aleena gewohnt arrogant deren Wissenskompetenz in Frage stellt, wirft sie die Gefährten kurzerhand vor die Tür, ohne daß diese noch Näheres erfahren können. Bjorgrim, verärgert über Aleena, versucht zu schlichten, aber die Gouverneurin will keine weitere Audienz gewähren.
Enttäuscht kehren die vier in die Taverne zurück und begeben sich zur Ruhe. Aleena ist deutliche in ihrem Stolz gekränkt wegen des Vorfalls mit der ihrer Ansicht nach unfähigen Lady Moonfire. Sie beansprucht verärgert ein Zimmer für sich alleine, was von Bonny nur widerwillig akzeptiert wird.

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Die Zwergenruine Ammarindar

Hammer 5, Year of the Ageless One (1479DR)

Am nächsten Morgen brechen die Gefährten ausgeruht und von Wirt Marsh Laval großzügig mit Proviant ausgestattet zur Zwergenruine auf. Der beschriebene Weg führt sie durch den Southwood und endet bei einer steinernen Ruine, das Ziel scheint erreicht. Die Ruine ist sehr verfallen und instabil, denn ein Teil des Bodens bricht ein, als sie sich vorsichtig dort umsehen.

Eine Geheimtür erweckt ihre Aufmerksamkeit und schnell betreten sie den leeren abschüssigen Gang dahinter, der von Fackeln ausgeleuchtet wird. Nach einigen Windungen stehen sie vor einer weiteren Geheimtür, welche die geschickte Bonny wieder öffnen kann. Die Tür öffnet sich in eine große Säulenhalle, in der die Deckentrümmer vom Hof gelandet sind. Ein paar imposante Zwergenstatuen stehen auf der rechten Seite. Doch nicht nur diese erwarten sie dort, sondern auch eine Horde Goblins, die wenig erfreut sind über die Eindringlinge.
Die Waffen gezückt, die Stäbe bereit, stürzen sich die vier wagemutig in den Kampf und schlagen die fiesen Goblins einen nach dem anderen. Blutig und angeschlagen sehen sie sich im Anschluß in der großen Halle um. Am anderen Ende entdecken sie eine runde Plattform mit seltsamen Zwergenrunen, die gemäß Bjorgrim keinen Sinn ergeben. OrcLex erkennt zumindest, daß es sich um eine Transportplattform handelt. Eine weitere Tür befindet sich rechter Hand, aber erschöpft beschließen die Gefährten, erstmal ihre Wunden zu versorgen und eine lange Rast einzulegen, bevor sie sich weiter umsehen.

Pogan, der Barbar

Nach einer unruhigen und zugigen Nacht, ständig die halboffene Geheimtür in Auge, machen sich die vier daran, ihr Lager abzubrechen und tiefer in die unterirdischen Verliese der Zwergenruine vorzustoßen. Sie haben noch nicht mal ihr Bündel zusammengepackt, als lautes Geschrei aus dem Gang ertönt, aus dem sie gekommen sind. Ein wild aussehender Barbar stürmt mit gezückter Axt in den Raum. Er starrt die vier überrascht an. Vier Augenpaare starren ebenso überrascht zurück. OrcLex erhascht einen Blick über die Schulter des Barbaren und erkennt eine Horde wütender Goblins, offensichtlich gehören sie zu den jetzigen Bewohnern der Ruine.
“Tür zu!” herrscht er den perplexen Barbaren an, doch es ist zu spät. Die kleinen Monster drängen in den Raum. “Wer bist du?” fragt OrcLex scharf. “Ein Barbar! Scharf auf Abenteuer!” antwortet der Neuankömmling.
“Der Feind unseres Feindes ist unser Freund, oder?”, murmelt OrcLex und sieht seine Gefährten fragend an. Die anderen drei nicken wortlos und zücken ihre Waffen. Später ist noch genug Zeit, den Barbaren zu befragen. Der Kampf ist hart und lang, aber schließlich liegt auch der letzte Goblin tot im Staub.

Eilig raffen die fünf ihre Habe zusammen, um den Raum endlich hinter sich zu lassen, bevor die nächsten Monster auftauchen. OrcLex möchte unbedingt noch die Transportplattform mit einer Goblinleiche ausprobieren, wird aber von den anderen genervt überstimmt. Blutend, erschöpft und jegliche Vorsicht außer Acht lassend stürmen sie in den nächsten Gang. Immerhin kommen sie so ein paar Meter weit.
In der Mitte des Ganges schieben sich dumpf grunzend und wütend kreischend die nächsten Feinde den Fünfen in den Weg. Wütende Goblins stürmen rechts aus einem kleinen Raum, in dem eine monströse Ogerstatue zu erkennen ist.

Links ist eine Krypta mit Fallgittern, aus denen der faulige Atem des Todes emporsteigt – und ein paar unheilvoll aussehende Zombies – untote Zwerge. Dahinter endet der Gang abrupt in ein paar Treppenstufen, die weiter nach unten führen. Die Zombies stürzen sich sofort hungrig auf die Helden.

Die Goblins wissen den engen Gang und die Ungeduld des Barbaren gut zu nutzen. Mit knapper Not entgeht der Barbar dem Tod, nicht zuletzt dank Bjorgrims Heilkünsten. Den Gefährten entgeht dabei nicht, daß OrcLex zwar wie zuvor Feinde kaum trifft, aber als der Barbar zufällig im Weg steht, ist das plötzlich ganz anders: er haut den Barbaren völlig um. Zum Glück ist die Schlagkraft der anderen stark genug, so daß auch der letzte Goblin schließlich tot darnieder sinkt.

Neugierig durchsuchen sie die Gefallenen, aber sie finden nichts von Wert. Bonny schlüpft flink in die Krypta, dicht gefolgt von OrcLex und findet dort 20 Gold und einen Rubin im Wert von 100 Gold. Unauffällig läßt Bonny die Beute in ihre Tasche gleiten. Die anderen sehen sich derweil im rechten Raum um.
Sie untersuchen interessiert die Statue im Raum, offensichtlich ein Schrein. Eine alte steinerne Zwergenstatue, die zu einer Ogerstatue umgebaut wurde. Sie ist geformt aus Matsch und Dreck. Davor haben die Goblins diverse Opfergaben gelegt: 117 Gold und eine Potion of Healing (10 HP ) wandern erst mal in den Besitz der Helden.
Unentschlossen, was sie mit dem Barbaren machen sollen, der sich inzwischen als Pogan vorgestellt hat, beschließen sie, eine kurze Rast einzulegen, um das weitere Vorgehen und die Beuteverteilung zu besprechen. Die Beute wollen sie erst mal sammeln und am Ende zwischen allen aufteilen.

Malefica

Pogan schließt sich den Helden freudig an und folgt begeistert OrcLex Vorschlag, sich die Plattform im ersten Raum nochmal näher anzusehen. Aleena, Bonny und Bjorgrim wollen derweil aber schon mal die Katakomben weiter unten erkunden.
„Bis später.“ verabschiedet sich OrcLex mit einem freundschaftlichen Klaps auf die Schulter Bjorgrims und verschwindet grinsend und händereibend mit wehender Robe in Richtung Transportplattform. Der Barbar folgt ihm stampfenden Schrittes.
Kopfschüttelnd wenden sich die anderen der Treppe zu und steigen hinab. Bonny erreicht die große Doppeltür am Fuße der Treppe als erste und öffnet sie nach aufmerksamem Horchen vorsichtig, Eine dunkle Frauenstimme ist zu hören, die mal laut vor sich hinflucht, mal leise vor sich hingrummelt.

Bonny verwandelt sich kurzerhand in eine Ratte und erkundet den von Fackeln erleuchteten Gang vor sich leichtpfotig. In regelmäßigen Abständen befinden sich Nischen in der Wand und in einer davon sitzt eine angekettete Tieflingfrau, die Quelle des Fluchens ist gefunden. Ein paar Nischen weiter liegt ein Bündel neben einem Speer. Die anderen Nischen haben nichts Interessantes außer Schmutz und Unrat zu bieten. Unbemerkt von der Tieflingfrau kehrt Bonny zu den anderen zurück, um Bericht zu erstatten.
„Sie ist groß und gut gebaut, hat rötliche Haut, imposante tolle Hörner, ist sehr sexy und…“ „Danke, ich habe das Bild“ unterbricht Aleena sie. „Tieflinge sind stark und stolz, aber auch laut und unberechenbar und nun ja, eben dämonisch. Laßt uns herausfinden, was sie hier macht.“ wirft Bjorgrim ein und marschiert los.
„Was glotzt ihr mich so an?“ herrscht die Frau sie an und springt ihnen urplötzlich soweit entgegen, wie ihre Ketten es erlauben, was zum Glück nicht weit ist. „Ähhh, was machst Du hier?“ fragt Aleena erschrocken und nimmt sich im gleichen Moment vor, an ihrer Wortgewandtheit zu feilen. „Ich bin eine Gute!“ antwortet die Frau. „Eine Gute?“ antwortet Aleena skeptisch und starrt auf die rostigen Eisenketten an den Handgelenken. „Gut in dem, was ich tue!“ kommt die trotzige Antwort. „Ich kann gut zaubern, hab einen geilen Speer und kann ultragut fluchen!“

Bonny nickt bestätigend und kann die Augen kaum abwenden. „Und gut mit Ketten rasseln.“ murmelt Aleena halblaut. „Wie ist dein Name, Tiefling?“ fragt Bjorgrim. „Weißt du, was mein Name bedeutet? Der Name ist Programm! Ich lasse mich nicht so schnell ins Bockshorn jagen!“, sagt die Tieflingfrau. Kettenrasseln.
Mit hochgezogener Augenbraue gleitet der Blick Aleenas zu den imposanten Hörnern. Sie will gerade dezent darauf hinweisen, daß sie den Namen doch noch gar nicht wissen, als sie die Tieflingfrau mit ihren folgenden Worten überrascht: „Ich bin ein besserer Zauberer als der, den ihr habt!

„Du kennst OrcLex?“ rutscht es Aleena raus. Die Tieflingfrau grinst nur diabolisch und nickt.
Aleena winkt Bjorgrim und Bonny zu sich und berät sich flüsternd mit ihnen. Sie stimmen darin überein, daß ein „richtiger“ Magier sicher gut hier zu gebrauchen sei. Sobald die anderen beiden wieder da sind, wollen sie die Tieflingfrau näher befragen.
„Also gut, Tiefling, wir machen dich los, wenn du uns hilfst.“ verkündet Aleena. Wortlos und immer noch grinsend streckt ihnen die Frau ihre Handgelenke mit den Eisenfesseln entgegen. Für Bonny eine Sache von Sekunden und die Fesseln fallen.
„Ich bin Malefica“, meint die Tieflingfrau beiläufig, als sie sich geschmeidig zur vollen Größe aufrichtet. Auch wenn Aleena nicht weiß warum – ihr läuft ein Schauer über den Rücken.
Sie rücken weiter vor, Bonny immer leichtfüßig ein paar Schritte voran an der Spitze. Beim nächsten Alkoven rechts um die Ecke liegt das Bündel, welches Bonny jetzt schnell und professionell durchsucht: sie findet das, was jeder Abenteurer, der was auf sich hält, bei sich führt, Bettrolle, Schminkspiegel, Seil, Fackeln und sonstiger Kram und 31 Gold. Das Gold verschwindet flink in Bonnys Tasche, bevor die anderen drei um die Ecke kommen.

Die Tieflingfrau ist überaus erfreut ihre Sachen so nah zu finden und stürzt sich sofort auf das Bündel und ihren Speer. Ein paar Schritte weiter endet der Gang in einer weiteren Doppeltür. Gedämpfte Stimmen sind dahinter zu hören. Goblins!

„Verdammte Goblins!“ flucht Malefica laut. „Bist du doof? Da hinter sind Goblins!.“ zischt
Bonny und knufft sie mit dem Ellbogen in die Rippen. Mit gezückten Waffen öffnet Bonny vorsichtig die Tür – sofort fliegt ein Pfeil durch den Spalt.

„Wo sie recht hat, hat sie recht: verdammte Goblins“, zischt Aleena und stößt entschlossen die Türen ganz auf. Eine große Halle liegt dahinter. Die Nord-West-Ecke linker Hand verliert sich in der Dunkelheit, aber eine Treppe scheint hinabzuführen. Vor dem dunklen Loch liegt eine weitere runde Steinplatte mit goldenen zwergischen Runen, die der Steinplatte im ersten Raum zum Verwechseln ähnlich sieht – wohl eine weitere Transportplattform.

Im hinteren Teil des Raumes steht auf der rechten Seite ein Springbrunnen mit munter plätscherndem Wasser, was angesichts des dahinter lauernden Goblinbogenschützens – mit gespanntem Bogen- etwas deplatziert wirkt. Ein fluchender stabschwingender Goblinhexer steht gleich links daneben in der Nähe des dunklen Abgrunds.
Zwei Goblinkrieger, größer als alle Goblins, die sie bisher gesehen habe, aber genauso häßlich und übelriechend. schieben sich den vieren in den Weg und blockieren finster starrend den Weg.

„Hobgoblins!“ flucht Bjorgrim halblaut, als er zu ihnen aufsieht. Die Flüche des Hexers ergeben auch plötzlich einen Sinn, als auf der runden Plattform aus dem Nichts ein weiterer Goblinkrieger mit einem Wurfspieß auftaucht und der Hexer triumphal aufheult. „So funktionieren die Dinger also, hat jema…“ meint Aleena, gerade als .der nächste Pfeil auf sie zufliegt und sie schwer verwundet. Der Goblinbogenschütze grinst fies. Malefica stellt zum ersten Mal ihre magischen Talente zur Schau und teleportiert sich hinter die Goblinkrieger an der Tür. Die gucken etwas komisch, als die Tieflingfrau plötzlich verschwindet.

Nach einigem Schlagabtausch weichen die Krieger an der Tür endlich zur Seite. Der Bogenschütze und der Speerwerfer sind zwar lästig, aber nicht sehr geschickt im Kampf.
Der Hexer dagegen weiß seine Magie gut einzusetzen, doch auch er kann nicht verhindern, daß die beiden Krieger unter den vereinten Kräften der vier Gefährten fallen. Diese sind angeschlagen und blutend, aber beflügelt von ihrem Teilerfolg.
Bonny wirft sich sofort dem Hexer entgegen und verwundet diesen schwer. „Autsch, du Ratte“ zischt der Hexer wütend und holt zum Gegenschlag aus. Aleena und Bjorgrim eilen Bonny sofort heldenhaft zu Hilfe, während Malefica sich indessen vorne mit dem Speerträger vergnügen will.

„Ähh, Malefica, willst du wirklich alleine mit dem Goblin da bleiben?“ fragt Bjorgrim skeptisch. „Ja, der ist ja ein bissl dusslig und trifft eh nie, den mach ich kalt!“, meint Malefica großspurig.
Das verletzt den Goblinwerfer offensichtlich in seiner Ehre, er kreischt wütend auf und holt zum Wurf aus – und trifft diesmal mit beeindruckender Präzision und Trefferkraft.
„Hah, soll mal keiner sagen, es hätte sie keiner gewarnt“, murmelt Aleena mit einem Hauch Schadenfreude. Die blutende Tieflingfrau wirft dem Goblinwerfer einen bösen wir-sind-noch-nicht-fertig-miteinander-Blick zu, eilt aber an die Seite der anderen.
Der Hexer intoniert einen weiteren unheilvollen Fluch und zeigt mit seinem Stab auf Bonny. Kurzentschlossen rauscht Bonny auf ihn zu und stößt ihn kaltlächelnd in den dunklen Abgrund.
„Gut gemacht, Bonny!“ lobt Aleena anerkennend und die anderen nicken zustimmend.
Der Tod ihres Hexers läßt den Mut der verbleibenden beiden Goblins verpuffen, sie fliehen in Richtung Tür. Der letzte Goblinkrieger zerfällt unter Bjorgrims magischer Attacke zu Staub.

Bjorgrim versorgt die Wunden der Gefährten provisorisch und sie durchsuchen schnell die toten Goblins, sie finden nur die üblichen wertlosen Gegenstände und grob gefertigte Waffen.
Der Brunnen scheint nur der Dekoration zu dienen, auch wenn es verblüffend ist, daß er nach all der Zeit noch Wasser führt.
Der Abgrund entpuppt sich als ungefähr 30 Meter tiefer runder Grabschacht, an dessen Wand sich eine schmale steinerne Wendeltreppe nach unten windet. In regelmäßigen Abständen sind Fackeln angebracht. In den Wänden sind Nischen, in denen die Überreste von Zwergen neben Goblinunrat zu erkennen sind. Wertvolles scheint es dort nicht mehr zu geben. Der Boden des Schachtes ist gerade zu erahnen, ganz schwach ist eine grüne Lache zu erkennen – und eine Goblinhexerleiche.

Malefica unterdessen interessiert die Transportplattform viel mehr. Natürlich kann sich keiner an die Worte des Hexers erinnern, mit denen er den Krieger auf der Plattform beschworen hat. Nach kurzer Diskussion hüpft Malefica kurzentschlossen auf die Plattform und verschwindet.
„Was macht diese Dinger für Magier nur so anziehend?“ fragt Aleena laut. Die anderen beiden zucken nur mit den Schultern. Nach ein paar Sekunden taucht Malefica wieder auf. Aleena und Bjorgrim lassen sich überreden, ihr zu folgen, während Bonny sich strikt weigert, auch nur einen Schritt in Richtung Plattform zu machen und sich lieber die verbleibende Tür ansehen will.
Die Plattform führt in einen leeren außerdimensionalen Raum, der als Lager genutzt werden kann, sofern man das Kommandowort kennt, wie Aleena plötzlich erkennt, als sie sich selbst schwebend im Nichts wiederfindet. Sie schafft es nur knapp, die enttäuschte Malefica davon zu überzeugen, das dort tatsächlich nichts weiter ist.
Bonny hat derweil schon die Tür untersucht, sie ist verriegelt und bleibt es auch – trotz aller Tricks, die Bonny und Bjorgrim einsetzten.

Frustriert steigen sie die Wendeltreppe runter. Auf halben Weg stolpern sie über einen zerfetzten schwarzen Umhang, der seine besten Tage schon lange hinter sich hat, es ist nicht zu erkennen, wie lange er schon hier liegt. Interessant ist allerdings eine Notiz in der Tasche:

„Sagt das jemandem was?“ fragt Malefica. Aleena nickt. „Ja, Netheril war einst ein magisches Königreich der Menschen im Norden Faerûns, das vor 1000 Jahren untergegangen ist. Vor 100 Jahren ist es wieder aufgetaucht. Die City of Shade wird von den 12 Princes of Shades regiert. Clariburnus ist der zweitjüngste der Prinzen“, beendet Aleena ihre Ausführungen.

Die vier starren sich etwas ratlos an. „Hmm, allzuviele magische Artefakte sind uns hier ja noch nicht untergekommen. Wir sollten uns später darum kümmern, was es mit der Notiz auf sich hat“, meint Aleena und verstaut sie in ihrem Bündel.

Unten im Schacht entdecken sie einen einzelnen grob gehauenen Gang, offensichtlich ist dieser nachträglich in den Fels getrieben worden, denn er läßt die zwergische Kunstfertigkeit des restlichen Grabes vermissen. Bonny erkundet den Gang in ihrer Rattenform. Nach kurzer Zeit kommt sie wieder und berichtet den anderen. Der Gang mündet in eine sechs Mal sechs große Höhle mit einem einzelnen grobgehauenen steinernen Sarkophag. In der Höhle ist ein einzelner Goblin, sehr bunt und sehr auffällig und er murmelt die ganze Zeit vor sich hin. “Das ist bestimmt Sancossoug!”, beendet Bonny ihren Bericht.
Aleena will gleich kurzen Prozess machen, aber Bjorgrim besteht darauf, eine Rast an einem sicheren Ort einzulegen und am nächsten Morgen wiederzukommen. Bonny durchsucht noch die Leiche des zerschmetterten Goblinhexers und hält triumphierend einen Schlüssel in die Höhe: "Könnte in die Tür oben passen.“

Wie sich herausstellt, hat sie damit Recht. Dahinter liegt eine natürliche kleine Höhle.
Der Geruch nach Tod und Goblinexkrementen verschlägt ihnen fast den Atem. An den Wänden liegt Unrat, zerbrochene Rüstungen, Geröll und schmutzige Heuhaufen. Mit unfehlbarem Gespür zieht Bonny aus einer Ecke dennoch etwas Wertvolles: zwei Silberstatuen zu je 50 Gold, drei edelsteinbesetzte Goldringe zu je 30 Gold und ein sehr gutaussehendes Zwergenkettenhemd (+1AC), das Bjorgrim wie angegossen passt.
Bjorgrim will auch die restlichen Gegenstände einstecken, doch das gefällt Bonny so gar nicht. “Gib ihm das Zeug schon. Wir hatten beschlossen, alles erst mal zu sammeln!” faucht sie Aleena genervt an. “Nein! Er ist ein Zwerg!”, antwortet Bonny. “Was? Er ist ein Priester, ich vertraue ihm!”, hält Aleena dagegen. “Er ist ein Zwerg! Ich gebe ihm definitiv keine Wertgegenstände!” beendete Bonny die Diskussion und legt sich demonstrativ zum Schlafen in eine Ecke. Ihr gefülltes Bündel umarmend, das Horntotem sichtbar in der Hand.
“Laß gut sein, Aleena.” hält der Zwerg Aleena am Arm zurück, als sie einen Schritt auf Bonny zugehen will. “Ich halte die erste Wache!” Aleena nickt widerwillig.

Sancossoug

Die Nacht verläuft wider Erwarten ruhig, keine Goblins, untote Zwerge oder gar wiedererweckte Ogerkönige wollen die übelriechende Höhle betreten. Nach einen kargen Frühstück mit frostigem Schweigen ziehen die vier los, um nach ihrem vermissten Zauberer und Barbaren zu suchen.
Von denen fehlt jede Spur, die Transportplattform lehnt inzwischen an der Wand. Fußspuren führen von der alten Stelle hierher. Sie entdecken Spuren einer Rast und dann führen die Spuren zum Ausgang der Katakomben. Hinter der Steinplatte finden sie eine Notiz-in der grauenhaften Handschrift OrcLex verfasst: „Die Steinplatte scheint nützlich zu sein, haben versucht, sie abzutransportieren, holen Hilfe.“ „Wir sind also auf uns gestellt. Laßt uns zu Sancossoug zurückzukehren. Wer weiß wann OrcLex und Pogan wieder da sein werden.“ schlägt Bjorgrim vor. Nach kurzer Diskussion stimmen die anderen zu.

Vorsichtig schleichen sie wieder zurück und die Wendeltreppe runter. Alles ist ruhig. Der Goblinhexer am Boden riecht langsam komisch, aber keine neuen Feinde sind in Sicht. Der Schamane scheint von all dem Geschehen gestern nichts mitbekommen zu haben. Sie rücken weiter vor durch den Gang und stellen sich Sancossoug in der Grabkammer entgegen. Der hockt immer noch vor sich hin brabbelnd auf dem Sarkophag. Seine Augen weiten sich, als er der Helden gewahr wird und er springt erschrocken auf.
„Wie seid ihr hier reingekommen? Das ist heiliger Boden! Verschwindet von hier! Geht weg, geht weg! Mein Gott ist mit mir! Heiliger Boden!“

Er greift in den Sarkophag unter sich und holt einen gehörnten Schädel hervor – ein Horn ist abgebrochen, ein Stück Wirbelsäule dient als Griff. „Ich werde nicht weichen! Heiliger Boden! Heiliger Boden!“ kreischt er immer hysterischer. „Gebt uns den Schädel, dann lassen wir euch vielleicht am Leben.“ antwortet Aleena. Bonny zückt das Horntotem. „Gebt mir das, das gehört mir!“ wütet Sancossoug, als er das Horntotem erkennt. „Leck mich!“ antwortet Bonny und attackiert.
Sancossoug läßt den Schädel fallen und geht zum Gegenangriff über. Die Helden versuchen ihn in die Ecke zu drängen, aber der Schamane entzieht sich jedes Mal geschickt. Mit vereinten Kräften verwunden sie den Schamanen schwer. Sancossoug flieht in Panik. Aber er entkommt ihnen nicht, er wird noch im Gang niedergemetzelt.
Wertvolles hat er nicht bei sich, das Skulltotem scheint sein einziger Schatz gewesen zu sein. Aleena hebt den Schädel vor dem Sarkophag auf. „Das war‘s dann wohl mit dem Ogreking“, meint Aleena lakonisch, als sie den Schädel von allen Seiten betrachtet „Laßt uns von hier verschwinden und nach Loudwater zurückkehren. Ich hoffe, wir finden unsere beiden Verschollenen auf dem Weg.“

Kurz vor dem Höhleneingang hören sie Stimmen, offensichtlich ein Zauberer und ein Barbar, die laut diskutieren. Die zwei Nachzügler zeigen sich mäßig überrascht, dass die Gruppe noch Zuwachs bekommen hat. Malefica führt sich charmant ein: „Ich kenne dich aus meinen Träumen!“ meint sie zu OrcLex. “Sie steht auf mich!” strahlt der und errötet zart. “Ich steh nich auf dich! Ich hab nur einmal von dir geträumt!” stellt sie klar. Der Barbar schaut interessiert.

Malefica berichtet, dass OrcLex in ihrem Traum von Teufeln in deren Hölle verschleppt wird.
Die Gefährten diskutieren lang und hitzig, was mit der Transportplattform geschehen soll, OrcLex und Pogan würden sie am liebsten mit in die Stadt nehmen, aber das dauert zu lange, nämlich eine ganze Woche. Sie kehren also OHNE Plattform nach Loudwater zurück.

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Auf der High Road

Alturiak 11, Year of the Ageless One (1479DR)

Die weitere Reise führte die Gefährten wieder auf die High Road Richtung Neverwinter, an den Ruinen von Leilon vorbei. Vor allem OrcLex musste dem Drang widerstehen die Ruinen zu erkunden, aber die Sorge um Lady Jasmine und die erkaltende Spur von Theridax hielt sie doch auf der Straße nach Neverwinter.

Gegen Abend zeichnete sich ein Trek von Ochsenkarren und Reitern weiter nördlich auf der Straße am Horizont ab. Als sich die Helden näherten und bei den Reisenden erkundeten, wurden sie von einer halb-elfischen Reiterin angerufen, die sich als Seldra Tyrmalandre vorstellte. Sie sei mit wichtiger Fracht für Lord Protector Neverember von Neverwinter unterwegs. In den Sword Mountains habe sie ihre Wachen verloren und würde die Gefährten gerne anheuern, ihr auf der Straße nach Neverwinter Schutz zu bieten. 300 Goldmünzen für eine leichte Aufgabe, zudem mit dem gleichen Ziel wie die Gefährten – dem konnten sie nicht widerstehen und willigten ein, auch wenn der Auftrag eine kleine Verlängerung der Reise bedeutete. Die Ochsenkarren im Trek waren schließlich nicht besonders schnell.

Zur Nacht schließlich fand sich der Trek in einer ummauerten Gaststätte an der High Road ein. Die weichen, warmen Federbetten, Bier und Eintopf wurden von Seldra bezahlt. Die Nacht und der nächste Tag verliefen ereignislos und die Meilen bis Neverwinter schmolzen langsam aber sicher dahin.

Am zweiten Abend, nur wenige Meilen vor der Stadt, musste schließlich ein Lager errichtet werden. Neben der Straße boten einige Menhire dürftigen Schutz. Die Sonne versank, die Zelte wurden aufgeschlagen und man legte sich zur Ruhe, als plötzlich ein mächtiges Getöse die Straße von Norden herab kam. Schlurfen, Keuchen und Gejohle kündigte eine unheilvolle Ansammlung Gestalten an, die sich von Neverwinter aus dem Lager näherten.
Die Gefährten machten sich kampfbereit und Refardeon bot Seldra seinen Schutz an. Aus der Dunkelheit tauchten unheimliche Gestalten auf, Zombies und Skelette einer Art, wie sie den Gefährten bisher noch nicht begegnet waren. Die Untoten waren in Asche gehüllt, zogen Wolken des erstickenden Staubs hinter sich her und bewegten sich mit einer erschreckenden Agilität und Schnelligkeit!

Angeführt wurden sie von einem mächtigen Untoten, der mit seinen Klauen die Lebenskraft seiner Opfer aussaugen konnte. Aleena bekam seinen unnatürlich kalten Griff zuerst zu spüren. Die Zombies warfen sich in den Kampf und einige Skelette deckten das Schlachtfeld mit schwarzen Pfeilen ein. OrcLex brannte sich mit einem Feuerball und weiteren Zaubern durch die Reihen der Gegner und die anderen versuchten die Untoten von Seldra und den Reisenden fern zu halten.

Der Kampf wendete sich hin und her, es konnten Zombies beschädigt und sogar zerstört werden – was jeweils unheilvolle Ascheexplosionen verursachte, aber der Anführer der Untoten hauchte ihnen immer wieder unheiliges Unleben ein, so dass sich tot geglaubte Gegner wieder und wieder erhoben. Einige der Gefährte erlitten nun bedrohliche Wunden und Refardeon bat Seldra, ihm zu folgen, wenn er näher an das Kampfgeschehen herantreten würde, um die Kämpfer zu unterstützen. Kaum hatte er sich in Bewegung gesetzt, stürmte aus dem Dunkel der Nacht ein berittener Zombie auf einem magischen Ross heran, betäubte Seldra mit einem Zauber und entriss ihr die wertvolle Fracht. Daraufhin verschwand er in vollem Galopp in Richtung Neverwinter.
Die Skelette wiederum hielten sich in den Schatten am Rand des Schlachtfelds und konzentrierten ihre Angriffe auf Pogan, der in seiner Schlachtwut seine Flanke preisgegeben hatte. Zwei Pfeile durchbohrten den mächtigen Barbaren und er ging zu Boden. Refardeon sah sich darauf hin gezwungen, alle erdenkliche Hilfe von Kelemvor gegen die Untoten zu erflehen. So konnte Pogan geheilt und den Kreaturen rasch der Garaus gemacht werden.

Blieb nur noch den Reiter zu verfolgen und Seldras Truhe wieder zu beschaffen. Also sattelten die Gefährten auf und machten sich auf.

Die Verfolgung des Untoten in dunkler Nacht erwies sich als nicht ganz einfach, ritt der Dieb doch über Felder und Bäche, die für Menschen in der Dunkelheit tückisch sind. Aber nach vielen Anstrengungen erreichte man doch die Tore von Neverwinter. Der Untote hatte die Wachen einfach überritten – trotz des Aufruhrs konnten die Gefährten die Wachen überzeugen, dass sie selbst nichts übles im Schilde führten und nur den fauligen Dieb verfolgen wollten.

So gelangen sie schließlich auf den Friedhof der Stadt – Neverdeath. Hier hatte der Reiter abgesattelt und Verstärkung erhalten. Triumphierend hielt er den Inhalt von Seldras Kiste in die Luft, die Krone von Neverwinter! Ein heftiger Kampf entbrannte abermals und mit letzter Kraft konnten die Gefährten die Untoten bezwingen und in ihre Gräber zurückschicken.

Aleena konnte ihr Glück nicht fassen, verhieß doch die Legende, dass nur der wahre Erbe von Neverwinter die Krone von Feuer und Eis tragen könne. Sie wäre ein Beweis für ihren Anspruch auf den Thron. Sie nahm also die Krone und setzte sie sich auf den Kopf – und wurde von Feuer und Eis verbrannt. Die Krone nahm sie nicht an! Refardeon tat alles in seiner Macht stehende um Aleena beizustehen, aber die Krone verbrannte ihr Haar und Haupt.

Schließlich schlug Malefica ihr die Krone vom Kopf um den wahnsinnigen Versuch zu beenden. Sie zog damit den Zorn Aleenas auf sich, aber der hatte keine Zeit, sich zu entfalten.
Denn nun erschien auch Seldra auf dem Friedhof, bedankte sich bei den Gefährten und forderte die Krone zurück. Aleena weigerte sich die Krone auszuhändigen und ein Gerangel entstand. Als sich die Stadtwache näherte ergriff Seldra ihre Chance und rief nach ihr. Die Gefährten sahen keine andere Chance als vor der Übermacht zu fliehen und die Krone Seldra zu überlassen.

Atemlos kamen sie in einem Hinterhof in der kalten Nacht zur Ruhe und Refardeon beschwor ein magisches Lager. Wortlos legte sich Aleena schlafen, nur der funkelnde Blick in Maleficas Richtung verriet ihre Gefühle…

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Der verlorene Erbe

Alturiak 13, Year of the Ageless One (1479DR)

Nach einer kalten Nacht im Hinterhof eines Hauses in der Protector’s Enclave, wurden die Gefährten vom Duft frischen Brotes geweckt.

Sogleich machten sie sich auf, den Markt am Flussufer und dort ein Frühstück zu finden. Die Quelle des Duftes war schnell ausgemacht, ein Halbling namens Jarvy bot frisches Brot und frische Gerüchte an seinem Markstand an:

Lord Neverember arbeitet ständig daran seine Verbindung zur Alagondar-Blutlinie zu beweisen. Er hat kürzlich einen Durchbruch geschafft: Er hat ein paar Gelehrte gefunden, die bereit sind Romane zu schreiben!

Jedes Abwassersystem in Faerûn hat seine Krokodile, Riesenratten und Schleimkreaturen. Aber wir in Neverwinter haben etwas viel größeres und besseres: Einen Kraken!

Hütet euch vor General Sabine von Mintarn. Sie hat das Ohr von Lord Neverember – und den Charme eines wilden Ebers!

Die Protector’s Enclave ist nett und sicher, aber Blacklake District ist eine ganz andere Sache. Die Banden herrschen dort und man sollte dort besser nicht in Neverembers Farben aufkreuzen.

Auf dem Neverdeath Friedhof toben die Untoten: Rund um die Uhr treiben sich wandelnde Leichen herum. Neulich hat eine Gruppe Abenteurer einen Roten Magier von Thay dort zu Fall gebracht.

Falls ihr einen Spaziergang durch den Park machen wollt, haltet euch von dem Park nahe Blacklake fern. Tagsüber wimmelt es dort von Mitgliedern der Dead Rat Bande, nachts wird dort sogar die Vegetation aggressiv!

Habt ihr von den Ashmadai gehört? Das ist ein Kult, der den finsteren Gottes Asmodeus hier in der Stadt verehrt. Es gibt Gerüchte, dass sie Leute mit seinem Symbol auf der Brust brandmarken, aber niemand weiß warum.

Während die Gefährten mit dem Halbling plauderten, gesellte sich ein in Roben gekleideter Mann hinzu und sprach sie an. Er stellte sich als Quinn vor und wäre im Auftrag von Seldra Tyrmalandre hier. Er solle den Gefährten 350 Goldstücke und eine Nachricht übergeben. Die Nachricht besagte, dass Seldra sich für das Missverständnis in der Nacht entschuldige. Sie würde als Entschädigung einen Bonus zahlen. Sie bat ferner darum, ihre Identität nicht preis zu geben, sie hätte den Erben von Neverwinter gefunden und würde ihm seine rechtmäßige Krone aushändigen.

Aleena war außer sich.

Während Aleena und Malefica noch mit Quinn diskutierten, sahen sich Pogan und OrcLex bei den Markthändlern um. Roanna verschwand in der Menge. Gerade war OrcLex in Verhandlungen mit einem zwergischen Rüstungsschmied gekommen, legte sich ein dumpfes Gefühl des Unwohlseins über den sonnenbeschienenen Markt. Malefica spürte es am deutlichsten: Plagenveränderte Kreaturen sammelten sich in der Kanalisation unter dem Markt!
Im nächsten Moment wurden auch schon die Kanaldeckel beiseite geworfen und seltsam verformte Kreaturen, es mögen einmal Menschen gewesen sein, mit blau brennenden Augen, erhoben sich aus der Tiefe. Vom Flussufer her erschienen mehrere Guard Drakes die auf gleiche Weise verändert waren. Auf dem Mark brach das Chaos los. Während die Gefährten zu ihren Waffen griffen rannten Bürger und Händler durcheinander und versuchten vom Platz zu fliehen. Die Kreaturen schlugen und bissen mit quäkendem Geschrei wahllos um sich. Immer mehr verformte Gestalten wurden von der Kanalisation empor gespien und die Helden hatten selbst mit Quinns Hilfe alle Mühe der Flut Einhalt zu gebieten.
Der Kampf war auf seinem Höhepunkt, als er plötzlich abebbte. Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf eine Gestalt, welche den Markt betrat. Ihr purpurfarbener Umhang wehte im Wind der Schlacht. Der Krieger war in volle Plattenrüstung mit einem Helm gekleidet, der sein Gesicht verdeckte. Auf dem Helm saß eine mit Saphiren verzierte Mithrilkrone.
„Für Neverwinter!“ rief er mit einer kratzigen Stimme. Eiskalte Flammen flackerten von der Krone in seine Klinge und er stürmte auf die Monster zu. Das Blatt wendete sich nun schnell und mit Hilfe des unbekannten Kriegers konnte den Kreaturen zurück geschlagen werden. Quinn verabschiedete sich schnell und verschwand auf die andere Seite des Flusses.

Als die umstehenden Leute riefen „Der König, der König!“ schaute der Krieger mit der glänzenden Mithrilkrone nach oben. „Ihr Meister kommt“, sagte er mit einer Stimme die klang, als würde Stahl über Stein schrammen. „Macht euch bereit.“ Er deutete mit seinem blutigen Schwert in den Himmel, von wo aus sich eine große geflügelte Gestalt mit einem Brüllen auf die Gefährten herabsenkte. Sie landete mit einem Donnerschlag. Als sie aufblickten standen sie einem großen weißen Drachen gegenüber, der in blaue Flammen gehüllt war. Hinter dem Drachen trat Roanna aus den Schatten.

Die Augen des Drachen funkelten mit blauen Flammen und bösartigem Hunger. Er schaute jeden der Gefährten an bis sein Blick schließlich auf den gekrönten Krieger fiel. Der Krieger stand fest vor dem Biest, das Schwert erhoben. „Nicht in meiner Stadt!“, sagte er.
Ein Kampf des Willens fand nun zwischen Krieger und Bestie statt, aber es war schnell zu sehen, dass der Drache die Oberhand gewann. In dem Moment, in dem OrcLex seinen Feuerball auf den Drachen warf, keuchte der Verlorene Erbe und macht einen Ausfallschritt, die Verbindung zwischen ihm und dem Drachen unterbrochen. „Ich habe versagt“, sagte er. „Nun müssen wir kämpfen.“
Befreit brüllte der Drache zornig auf. „Nährt die blauen Flammen“, schrie er. „Sie müssen genährt werden!“. Er stürzte vorwärts und holte mit seinen mächtigen Klauen aus.
Es entbrannte ein heftiger Kampf, in dem der Drache um sich schlug und Eis spie. Schließlich gelang es den Gefährten, die Schuppen des Drachen zu brechen. Die Bestie knurrte in Wut und Zorn, aber das Geräusch wurde von einem plötzlichen Aufbrüllen von Flammen verschluckt. Blaues Feuer brach aus dem Körper des Drachen hervor und griff nach den Umstehenden. Dann wand sich die Kreatur in offensichtlichen Schmerzen. Adern blauen Feuers quollen aus ihren Schuppen und sie sah aus, als würde sie immer mehr von den Flammen verdorben.
Die Gefährten warfen sich unbeeindruckt wieder in die Schlacht und rangen den Drachen schließlich nieder. Zum Ende des Kampfes begann der gerüstete Krieger einen Zauber zu sprechen. Die Kreatur fiel vor einem weiteren Schlag zurück und bellte vor Schmerzen auf. In diesem Moment beendete der Krieger seine Verzauberung mit einem scharfen, magischen Befehl, den Finger auf den Drachen gerichtet.
Die Flammen um den Drachen begannen zu verblassen und seine Bewegungen wurden immer langsamer. Seine Schuppen verfärbten sich von weiß zu grau. Er heulte in Todesschmerzen auf und kämpfte hoffnungslos gegen die Verwandlung an. Schließlich, nur zwei Atemzüge später, stand der Drache unbeweglich auf dem Platz – eine Statue.

Der Verlorene Erbe ging darauf hin zu den Gefährten und gab jedem von ihnen einen Edelstein. Einen gefassten Amethysten, als Zeichen seiner Freundschaft und Dankbarkeit. Die Steine wären ein Zeichen dafür, dass die Gefährten seine Verbündeten seien.

In dem Moment stürmte die Menschenmenge auf den Platz, die den Kampf aus sicherer Entfernung beobachtet hatte. Sie hoben den Verlorenen Erben auf die Schultern und trugen ihn mit Lobgesängen in Richtung Winged Wyvern Brücke und Blacklake District davon. Zurück blieben sprachlose Gefährten auf dem leeren Markt.
Diese beschlossen nun erst einmal ihr Frühstück zu beenden – auf Jarvy’s Kosten, denn der Halbling war noch nicht wieder aufgetaucht und die Händler kehrten nur langsam wieder auf den Markt zurück.

Schließlich wollten die Gefährten mehr über diesen angeblichen Erben von Neverwinter heraus finden, aber die Menschenmenge hatte sich auf der anderen Seite des Flusses schnell aufgelöst. Es war nur noch heraus zu bekommen, dass der Krieger sich schnell von der Feier verabschiedet hatte, er hätte noch viel Arbeit zum Wohl der Stadt zu erledigen.
Zu Aleenas Missfallen beschloss man nun unverrichteter Dinge den ursprünglichen Auftrag wieder aufzunehmen: Die Suche nach Theridax.

Roanna hörte sich nach einem guten Ort um, an dem man die Suche beginnen könnte. Währenddessen besuchte OrcLex einen kleinen Magieladen, auf der Suche nach neuer Ausrüstung. Roanna führte die Gefährten zu einer Taverne am Hafen, dem „Gestrandeten Leviathan“. Im Inneren stellte sich ein alter Pirat namens Harrag als Wirt vor. Er plauderte mit dubiosen Gestalten lauthals über seine ebenso dubiose Karriere auf dem Leviathan, als er diese noch als Piratenschiff kommandierte.

Den Gefährten fiel noch ein weiterer Gast auf, ein Watersoul Genasi. Die Dame war allerdings nicht besonders gesprächsbereit und lies keine Fragen zu. Harrag erzählte den Gefährten, dass sie Len-Jes sei, Lord Neverembers Hafenmeisterin. Zu Theridax konnte er zwar sagen, dass er ihn kenne, aber schon ein halbes Jahr nicht mehr gesehen habe.
Die Gefährten bekamen dann noch mit, wie ein alter Fallensteller Harrag erzählte, er hätte seltsame Kreaturen im Wald nord-östlich der Stadt gesehen: Myconiden. Das wäre seltsam, da diese normalerweise nur im Underdark vorkommen würden. Eine Gruppe Zwerge auf der Suche nach Gauntlgrym sei jedoch begeistert über diese Neuigkeiten gewesen…

Nun war es schon Mittag und zu spät um noch in die Wälder aufzubrechen, also nahmen sich die Gefährten vor, einen Rundgang durch den Blacklake District zu machen. Weit kamen sie nicht, denn die Ruinen von Castle Never lockten mit ihren Geheimnissen. Die Gefährten stiegen also in die Dunkelheit hinab…

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Ärger im Leviathan

Alturiak 13, Year of the Ageless One (1479DR)

Aleena und Malefica beschlossen zunächst am Treppenabsatz zu warten, während die anderen in die Dunkelheit hinab stiegen. Hinter der Treppe führte ein kurzer Gang in absolute Dunkelheit, aber aus dieser war ein scharrendes Geräusch zu hören.

Orclex sorgte für Licht und nach der ersten Biegung kam sogleich eine Kammer in Sicht. Vier Säulen umgaben in dem quadratischen Raum eine Kriegerstatue. Am anderen Ende des Raums war eine mit Ornamenten verzierte Metalltür ohne sichtbaren Türöffner. An der linken Wand befand sich ein Steinrad, groß wie ein Mühlstein an der Wand. Zwei Ashzombies drehten es! Weiter hinten im Raum regte sich eine weitere Gestalt, eine untote Elfe mit glühend grünen Augen. Sie stellte ihr leises Gemurmel für einen Moment ein um ihren Zombies zu befehlen: „Greeeeeeth, tötet sie!“

Die Gefährten stürmten sogleich in den Raum um die Zombies abzufangen. Die teilten mit ihrer unnatürlichen Stärke harte Schläge aus. Die untote Elfe warf allerlei Magie in den Kampf, irre kichernd schleuderte sie OrcLex durch den Raum.
Unterdessen hatte Aleena beschlossen, die obere Ebene von Castle Never auf eigene Faust zu erkunden. Sie wolle sich ihr Erbe ansehen. Malefica blieb zurück am Treppenabsatz und bei den ersten Kampfgeräuschen stürmte sie sogleich die Treppe herunter um ihren Freunden beizustehen.
Das Kampfglück stand lange schlecht für die Gefährten, aber schließlich waren sie doch in der Lage, die Zombies nieder zu ringen. Die Elfe floh daraufhin mit schrillem Gelächter die Treppe hinauf und war nicht einzuholen.

Sogleich begannen die Gefährten Tür und Steinrad zu erforschen. OrcLex stellte fest, dass das Rad offenbar ein magisches Schloss für die Tür sein müsse. Neun Worte waren auf das Rad graviert: Floashebel, Tamper, N’Halien, Talven, Shoce, Coneth, Slade, Galavren und Thracier.

Die Gefährten fanden heraus, dass dies Namen aus der Geschichte von Neverwinter waren, aber der Zusammenhang blieb ihnen verschlossen. Sie machten sich also auf mehr über diese Namen heraus zu finden. Aleena war bei einer schnellen Suche in Castle Never nicht aufzufinden.
Schließlich besuchten die Helden das Haus des Wissens, den alten Tempel von Oghma auf der anderen Seite des Flusses. Ein junger, nervöser Mann in einfachen braunen Roben öffnete ihnen noch am Abend und versuchte ihnen zu helfen. Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Inschrift um die Namen der ersten Neverwinter Nine handelt – der Leibgarde des ersten Königs. Es gäbe auch eine Reihenfolge, aber die Chroniken mit diesem Wissen wurden mit Sicherheit im Kataklysmus vernichtet. Vielleicht gäbe es noch eine Kopie in Candlekeep, im Süden der Sword Coast.

Zuletzt erinnerte sich der Mann noch an einen der Namen. Mit ihm ist folgender Spruch verbunden: Thracier, vierter der neun. Sein Tod als Verräter entbindet ihn nicht von seinem Eid.

Unglücklich darüber das Rätsel nicht sofort lösen zu können machten sich die Gefährten auf den Rückweg zum Leviathan. Harrag bot ihnen komfortable Zimmer für die Nacht an und so gingen sie zu Bett. Zunächst herrschte noch Uneinigkeit über die Aufteilung, aber Malefica konnte sich schließlich durchsetzen und ein Zimmer allein mit OrcLex belegen.

Am Morgen gingen die Gefährten ins untere Deck zum Frühstück. Bei Ei und Speck bemerkten sie, dass die Taverne schon recht gut gefüllt war. Einige Halbstarke zogen Harrag damit auf, dass er treu zu Lord Neverember stand. Der wahre Erbe würde schon bald seinen Thron besteigen und dann wäre es ungesund, auf der falschen Seite zu stehen. Weder Harrag noch Len-Jes ließen sich von dem Gerede der Angetrunkenen beeindrucken. Anders die Gefährten, Stolz zeigten sie den Jungen ihre Amethyst-Abzeichen, was zu Stirnrunzeln bei den Getreuen des Lord Protector führte.

In diesem Moment näherten sich gepanzerte Stiefel der Taverne und es wurde schlagartig still. Zwei Soldaten in den Farben Lord Neverembers öffneten die Tür und eine gerüstete Frau Mitte Vierzig, mit einer Narbe im sonst nicht hässlichen Gesicht betrat den Leviathan mit zackigem Schritt. „Ich bin General Sabine, Kommandeurin der Wache. Lord Neverember wünscht mit euch zu sprechen, er hat ein Angebot für euch.“

Die Gefährten gingen darauf ein, was zu gehörigem Unmut bei den rebellischen Halbstarken führte. Sie warfen den Gefährten Opportunismus vor und griffen verärgert zu Flaschen, Gläsern und Stühlen. Im nu war eine handfeste Kneipenschlägerei im Gange. General Sabine ermahnte die Gefährten noch, keine tödliche Gewalt einzusetzen, es handle sich nur um betrunkene Kinder. Harrag floh in die Küche und Len-Jes die Treppe hinauf in ihre Räume. Es flogen allerlei Gläser und Stühle durch die Luft, aber der Spuk währte nicht lange.
Kurz darauf waren die Halbstarken auch schon in die Flucht geschlagen oder ins Land der Träume befördert worden. Die Gefährten machten sich auf, General Sabine zu Lord Neverember zu begleiten. Einzig Pogan blieb im Leviathan zurück um seinen Kopf zu kühlen, wie er sagte…

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Neverembers Auftrag

Alturiak 14, Year of the Ageless One (1479DR)

General Sabine brachte die Gefährten zu einer Fähre, die auf die Südseite des Flusses zur Protector’s Enclave fuhr. Hier verabschiedete sich der General und die Gefährten wurde im alten Tyr-Tempel, der in den Sitz des Lord Protector umgewidmet worden war, in das Audienzzimmer Lord Neverembers geführt.

Hier trafen sie auf einen Zwerg, der sich als Thorfin vorstellte und ebenfalls zu dem Treffen geladen war. Nachdem sich alle bekannt gemacht und über den möglichen Grund der Audienz gemutmaßt hatten, erschien nach einiger Zeit Lord Neverember.

Der Lord erwies sich als überraschend höflich und freundlich, dankte den Helden für ihren Kampf gegen den Drachen einige Tage zuvor und kam gleich auf den Punkt: Der verlorene Erbe bereite ihm Kopfschmerzen. Zwar würde niemand es mehr begrüßen als er, wenn ein Erbe der Krone erscheinen und ihm die Last der Regierung abnehmen würde, aber die Sache sei eher seltsam. Der Erbe sei zwar in Erscheinung getreten, hatte aber jeden Versuch der Kontaktaufnahme seitens Lord Neverember ignoriert.

Der Auftrag der Gefährten (und Thorfins) würde darin bestehen, als unbelastete dritte Partei nach dem Erben zu suchen, mehr über ihn heraus zu finden und schließlich in Lord Neverembers Namen Kontakt herzustellen. Der Lohn wäre natürlich Frieden (durch den verhinderten Bürgerkrieg), die Dankbarkeit des Lords und 1000 Goldmünzen für jeden.

Skeptisch was die Motive Lord Neverembers betrifft nahm die Gruppe den Auftrag dennoch an. Lord Neverember schlug vor die Recherche an der Mauer zu beginnen, um sich ein Bild von den Problemen zu machen, mit denen die hiesige Regierung zu kämpfen habe. Er lies sogleich eine Kutsche rufen um die Gefährten auf den Weg zu bringen und zahlte ihnen einen Abschlag von 200 Goldmünzen pro Person und gab ihnen Abzeichen, die ihnen sichere Passage an allen Posten der Stadtwache versprachen.

In der Kutsche hatten die Gefährten Gelegenheit, die Sache zu diskutieren. Man kam überein vorerst für Lord Neverember zu arbeiten, der Auftrag wäre harmlos genug. Allerdings wolle man entscheiden wie man weiter vorgehen sollte, sobald man mit dem Erben gesprochen hatte.

An der Mauer angekommen fiel auf, dass keinerlei Wachen am Tor zu sehen waren. Roanna bemerkte einige dunkle Gestalten an der Mauer entlang schleichen, weitere waren damit beschäftigt in einer dunklen Gasse offenbar Leichen zu verstecken. Alarmiert warnte sie ihre Freunde – keine Sekunde zu früh, bevor die Banditen angriffen.

Offenbar waren es Piraten, mit denen die Gefährten es zu tun hatten. Und ihr Plan wurde schnell klar. Zwei von ihnen machten sich daran, das Tor zu öffnen! OrcLex konnte das mit ein paar gut platzierten Eiswolken zwar schnell unterbinden, die erfahreneren Piraten stellten die Helden allerdings vor keine leichte Aufgabe!

Nach einem heftigen Kampf konnten die Schurken jedoch bezwungen werden. Das Durchsuchen der Leichen brachte keine brauchbaren Informationen, jedoch etwas neue magische Ausrüstung.

Etwas Licht in die Sache brachte Seldra, die kurz nach dem Kampf am Ort des Geschehens eintraf. Die Piraten würde der Dead Rats Bande angehören, einer Gruppe Banditen und Piraten aus Luskan, die sie schon seit einiger Zeit für Lord Neverember beschatte. Ihre Basis hätten sie im Blacklake District in einer düsteren Taverne, dem House of Thousand Faces.

Seldra wurde eingeladen, die Gruppe dorthin zu begleiten, winkte jedoch ab. Sie müsse Lord Neverember Bericht erstatten. Auf die Frage, ob die Mauer unbewacht bleiben solle, versicherte sie, General Sabine ebenfalls zu informieren und für eine neue Besatzung zu sorgen.

Nach Seldras Abgang wollten die Gefährten noch einen Blick über die Mauer werfen. Auf der anderen Seite waren die Ruinen des alten Südostviertels zu sehen und die riesige Erdspalte, die sich nach dem Kataklysmus aufgetan hatte. Malefica bekam schlagartig keine Luft mehr, ihr wurde schwindelig und sie sprach wirr, dass sie dort hin müsse. Kurz vor dem Zusammenbruch eilte Refardeon zu ihr und als er sie berührte sah er einen kurzen Schimmer ihrer Visionen: Die Spalte, wie sie brannte und unsägliche Kreaturen ausspie.

Malefica war nicht zu beruhigen und murmelte immer wieder von einer Kiste und das sie in die Spalte müsste. Was die Gefährten dort erwarten würde konnte sie jedoch nicht beantworten.

Schließlich gelang es Malefica von der Mauer zu bringen, schnell besserte sich darauf hin ihr Zustand. Ratlos fragte man sich, wie man nun weiter vorgehen solle. Schließlich beschlossen die Helden dann zunächst dem Rätsel um den Erben weiter auf den Grund zu gehen. Die Suche sollte also im Blacklake District fortgesetzt werden.

Auf dem Weg dorthin kam ihnen eine Abteilung der Stadtwache entgegen, angeführt von General Sabine, die den Gefährten anerkennend zunickte. Den Gefährten fiel auf, dass es sich bei den Soldaten weder um Einheimische, noch um Wachen aus Waterdeep handelte. Ihrem Akzent nach stammten sie wohl von der Insel Mintarn.

Auf dem Weg nach Norden bewunderten die Gefährten das Maß an Arbeit und Kunstfertigkeit, mit dem das Viertel in kurzer Zeit wieder aufgebaut worden war. Neue Häuser waren auf alten Fundamenten und neben renovierten Prachtbauten errichtet worden. Leider waren die Brücken der Stadt mit einer Ausnahme in keinem so guten Zustand, so dass man gezwungen war, abermals die Winged Wyvern Brücke zu überqueren. Die Wachen waren seit dem letzten mal massiv verstärkt worden, der Lord Protector schien wirklich ernsthaft alarmiert zu sein.
Hier waren jetzt die Abzeichen nützlich, welche die Gefährten von Lord Neverember erhalten hatten. Die Wachen am Südende der Brücke ließen sie passieren.

Kauf auf der anderen Seite angekommen, senkte sich abermals ein Unwohlsein über die Gefährten. Malefica spürte deutlich, dass plagenveränderte Kreaturen in der Nähe waren. Diese griffen auch einen Augenblick später aus verschiedenen Seitengassen an und stürzten sich mit wahnsinnigem Eifer auf die Helden.

Die Gefährten konnte das Gelände aber gut für sich nutzen und so schnell die Oberhand gewinnen. In Not kamen sie, als aus einigen der verwundeten Wesen Wellen blauen Feuers hervorbrachen. Glücklicherweise schadeten die Flammen ihren Genossen mehr als den Helden, der Schock über solch zügellose Magie stand ihnen dennoch ins Gesicht geschrieben.

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Nacht in Blacklake

Alturiak 14, Year of the Ageless One (1479DR)

Nach dem Kampf gingen die Gefährten weiter und suchten das Haus der 1000 Gesichter auf. Auf dem Weg fielen ihnen einige Schmierereien an Hauswänden auf. Dabei waren allerlei rebellische Parolen und auch das ein oder andere Symbol von Asmodeus war auszumachen – was OrcLex stark beunruhigte.

Schließlich aber kamen sie am Nachmittag an ihrem Ziel an. Von außen war es ein relativ unscheinbares Haus, nur durch die Fenster konnte man vereinzelte Puppen in altmodischen Gewändern sehen.
Roanna blieb vor der Tür um Wache zu halten, die anderen gingen hinein. Sie wurden von einer hübschen Eladrin namens Therys begrüßt. Sie stellte auch ihren Halb-Bruder Toram vor, mit dem sie diese Taverne betrieb. Das Haus der 1000 Gesichter war einmal eine Boutique gewesen. Über all standen Spiegel und weitere Puppen herum, im hinteren Teil der gemütlichen, wenn auch etwas unheimlichen, Wirtschaft waren einige Gäste. Die Gefährten befragten Therys nach dem verlorenen Erben, konnten aber keine weiteren Informationen herausbekommen. Allerdings konnte sie etwas zu den Dead Rats sagen: Ein Vertreter dieser Bande, ein Halbling namens Charl, war gerade in der Wirtschaft.

Toram ging in den Keller, um ein Fass Bier herauf zu holen. Die Gefährten setzen sich bei einem Ale, Malefica ging in den hinteren Teil um dort einige Piraten zu befragen. Sie erntete nur Spott und Schmähungen. Charl war schnell entdeckt, wich aber allen Fragen aus. In die Ecke gedrängt rief er seine Bandenbrüder: “Packt sie!”.

Sofort sprangen einige Piraten auf. Vier von ihnen verwandelten sich dabei in menschengroße Werratten. Ein heftiger Kampf entbrannte und Charl entpuppte sich als meisterhafter Schattenjäger. Immer wieder machte er sich unsichtbar und griff einen der Gefährten dann aus dem Hinterhalt an. Von den Spiegeln und Puppen im Raum irritiert gingen die Kontrahenten schnell in den Nahkampf über.

Am Ende konnte Charl gefangen genommen und verhört werden. Jedoch gelang es den Gefährten nicht, dem trickreichen Halbling viel zu entlocken, so dass sie ihn schließlich laufen ließen. Therys und Toram, die Charl nicht gut leiden konnten, belohnten die Gefährten für ihr beherztes Eingreifen und erfuhren dabei, dass Charl eine solche Tour schon öfters im Haus der 1000 Gesichter abgezogen hatte. Schließlich erschien Seldra am Ort des Geschehens und gab den Helden den Hinweis, dass die Dead Rats ihren Stützpunkt irgendwo im Park im BLacklake District hätten.

Nach all der Aufregung wurde ihnen schließlich von Therys eine kostenlose Unterkunft für die Nacht und Freibier für den Abend angeboten. Lange gefeiert wurde allerdings nicht, und bald gingen die erschöpften Gefährten zu Bett. Die Nachtruhe währte nicht lange, denn schon gegen Mitternacht wurden einige der Gefährten unruhig. Man beschloss also aufzubrechen, wollte aber zunächst versuchen, etwas mehr über die unheiligen Schmierereien heraus zu finden. Sie suchten nach dem ersten Symbol und folgten der Spur kreuz und quer durch den Distrikt. In der Nähe des Parks fiel ihnen eine kürzlich renovierte Villa auf, die von einer hohen Mauer umgeben war.
Auf der Mauer fanden sich keine Schmierereien, außer eben dem Symbol von Asmodeus. Argwöhnisch beschloss Roanna, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie stieg heimlich die Mauer hinauf. Innen war die Villa zu erkennen, Licht brannte allerdings kaum noch. Auf der Mauer sah sie in einiger Entfernung drei Wachposten, die sich langsam ihrer Position näherten. Geschwind kletterte die sie wieder hinunter und berichtete den Gefährten, was sie gesehen hatte. Unzufrieden sahen sie sich am Hauptportal um, und konnten den Namen des Bewohners von einer Messingplakette ablesen: Mordai Vell.

Den Gefährten war bekannt, dass Lord Vell aus altem Adel der Stadt stammte und vor einiger Zeit zurückgekehrt war. Er war vor allem für seine Wohltätigkeit bekannt – und für seine Herkunft, denn auch er war ein Tiefling.

Malefica kam die Sache irgendwie bekannt vor und sie kramte ein Asmodeus-Amulett aus der Tasche, dass sie nach dem Kampf auf dem Tafelberg von Karse bei den Teufelsanbetern gefunden hatten, darunter ebenfalls ein Tiefling. Auf der Rückseite war ein Monogramm, das verdächtig nach “MV” aussah.

Während sie sich das Stück ansahen, bemerkten sie eine Bewegung am Ende der Hauswand. Zwei Ratten blickten interessiert ihn ihre Richtung und schienen die Gefährten zu beobachten. Als sie bemerkten, dass sie entdeckt worden waren, flüchteten sie in Richtung Park. Dort verschwanden sie im Unterholz, worauf hin ein angsterfülltes Quiken und Rascheln hörten. Vorsichtig bewegten sie sich weiter vorwärts und erreichten schließlich das alte Bootshaus im sumpfigen Gelände, von dem Seldra gesprochen hatte.

Kaum dort angekommen, wurden sie von pflanzenhaften Kreaturen angegriffen. Fast Humanoide Schlingplanzen, ein Ent und ein lebendiger Komposthaufen griffen sie wütend an. Mit Feuer und Schwert konnten die Kreaturen langsam zurück geschlagen werden.

Roanna wurde dabei sogar in den Komposthaufen gezogen, konnte sich aber schnell wieder befreien. Zuerst fiel der Komposthaufen, dann der Baumhirte und schließlich konnte auch den Schlingpflanzen der Garaus gemacht werden.
In der Borke des Ent fanden sie Gefährten noch eine Hand voll magischer Nägel, die sich dazu nutzen lassen würden, Türen und Fenster zu versiegeln.

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Schleimige Angelegenheiten

Alturiak 15, Year of the Ageless One (1479DR)

Nach dem Kampf wurde das Bootshaus untersucht. Das Innere war leer, bis auf ein paar verrottete Teppiche. Unter einem von ihnen entdeckten die Gefährten eine Klappe, die hinunter in die alte Kanalisation des Blacklake District führte. Vorsichtig schlichen sie durch die schleimigen Tunnel und entdeckten hinter einer Biegung eine erstaunlich saubere Statue. Sie stellte einen Halbling in martialischer Pose dar und war offenbar gründlich mit harten Bürsten gereinigt worden.

Hier endete auch der Zugangstunnel und der Hauptkanal unter der Straße begann. Noch während die Gefährten die Statue untersuchten wurden sie von Kreaturen der Kanalisation angegriffen. Krokodile, Ratten und riesige Tentakel erhoben sich aus der Brühe und warfen sich auf die Gefährten, die peinlich darauf bedacht waren, nicht mit dem Abwasser in Berührung zu kommen.

Der Kampf zeigte Spuren bei den Gefährten: Refardeon und Thorfin waren verwundet, Refardeon hatte sich überdies mit einem Fieber angesteckt. Nach kurzer Rast drangen sie tiefer in die Kanäle vor und gelangten einige Biegungen weiter zu einem riesigen Fallgitter, welches sie nur mit Mühe anheben konnten. Schon hinter der nächsten Biegung hörten sie Stimmen – offenbar stritt dort jemand in einer Kammer. Die Gefährten versuchten sich leise zu nähern. Als das misslang, versuchte OrcLex die Männer vom Angriff abzuhalten, aber die Werratten verwandelten sich sofort in ihre bestialische Gestalt und stürzten sich in den Kampf.

Die Werratten konnten leicht abgewehrt werden und eine der letzten beiden rannte verwundet in ihren Versammlungsraum, zog einen Hebel und öffnete damit eine Schleuse. Die Helden wurden zusammen mit den Werratten tiefer in den Abgrund gespült…

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Söhne von Alagondar

Alturiak 15, Year of the Ageless One (1479DR)

Mit Mühe schafften es die Helden, sich vor dem Ertrinken zu retten und wurden schließlich in eine große, natürliche Höhle gespült. Neben ihnen trieb eine der Werratten im Wasser, nur halb bei Bewusstsein. Die Helden fesselten den Nager und begannen mit der Befragung. Während sie den Schurken ausquetschten, wurde auch Roanna aus dem Rohr gespült und stieß dabei Thorfin um.

Die Ratte brachte etwas Licht in die Geschichte, warf aber zugleich neue Fragen auf: Der verlorene Erbe hatte die Dead Rats gewarnt, dass die Helden in ihre Basis eindringen würden, sie wären Agenten von Lord Neverember. Ausserdem hätten die Dead Rats eine Allianz mit den Söhnen von Alagondar, den Rebellen gegen Neverember. Der verlorene Erbe hatte diese Allianz geschmiedet und den Dead Rats als Belohnung die “Macht des Blauen Feuers” versprochen.

Schließlich beschloss man weiter zu gehen, dem Fluß in eine große, dunkle Höhle zu folgen. Malefica stieß die gefesselte Ratte einen kleinen Wasserfall hinab und versuchte sie schließlich prustend an Land zu ziehen, als plötzlich der Krake wieder angriff. Mit seinen Tentakeln zog er die schreiende Werratte unter Wasser und griff die Helden an. In einer Ecke der Höhle erwachte ein weiteres Wesen, ein schwarzer Schleim, der immer wieder OrcLex beherzt beschworene Lichter verdunkelte.

Die Helden schlugen sich tapfer und konnten schliesslich den Schleim vernichten und den Kraken vertreiben. Kaum hatte sich der Kampflärm gelegt, erschienen mit Fackeln ausgerüstete, bewaffnete Männer aus dem einzigen Ausgang der Höhle. Ihr mürrischer Anführer stellte sich als Arlon Bladeshaper vor, einer der Führer der Söhne von Alagondar. Er beglückwünschte die Helden zu ihrem erfolgreichen Kampf gegen den Kraken und bot ihnen, ein Bad, eine Unterkunft und Gespräche an. Schweigend wurden die Gefährten von den Rebellen durch verschlungene Tunnel in ihre unterirdische Basis geführt. Dort entschuldigte sich Arlon zunächst, so dass sich die Helden säubern und ihre Wunden versorgen konnten.

Wenig später kehrte er jedoch zurück und besprach sich mit den Helden. Er brachte zum Ausdruck, dass er mit der Entwicklung der Situation um den verlorenen Erben sehr unzufrieden sei. Der Erbe würde sich irrational verhalten und plante einen Angriff auf die Enklave des Lord Protector, was die Söhne von Alagondar abgelehnt hätten. Es sei zu früh für eine solch drastische Maßnahme und der Erbe würde nur sich und andere damit gefährden. Die Gefährten erkannte er als die Helden, die ein paar Tage zuvor mit dem Erben den Drachen auf dem Markt besiegt hatten. Er war der Meinung sie wären die einzigen, die ihn vielleicht zur Vernunft bringen würden. Für den nächsten Morgen sei ein Treffen mit dem Erben anberaumt, an dem die Gefährten für die Söhne von Alagondar teilnehmen sollten. Sie sollten ihn auf jeden Fall von dem geplanten Angriff auf die Enklave abbringen!

Damit verließ Arlon die Helden, um ihnen die verdiente Nachtruhe zu gönnen. Wie versprochen wurden sie im Morgengrauen geweckt. Thorfin fiel dabei ein in die Wand geritztes Symbol auf, das einen Oktopus darstellte. Sie fragten Arlon danach und er gab an, dass die Tunnel früher die Basis der Kraken Gesellschaft gewesen waren, einem ausgestorbenen Kult. Diese Leute hatten auch den Kraken unter die Erde gebracht, der hier heute noch wütete. Die Söhne von Alagondar verfügten allerdings über einige Amulette, die den Kraken von Angriffen abhalten würden.

Als es an den Aufbruch ging, bat Arlon die Gefährten, sich die Augen verbinden zu lassen, da er es nicht riskieren könne, dass Lord Neverember der Zugang zum Rebellenlager bekannt würde. Malefica lehnte das zunächst ab, lenkte aber schließlich ein. Auf dem Weg erzählte Arlon noch etwas über die Rebellen. Sie hatten sich nach Nasher Alagondar benannt, einem König von Neverwinter und Stammvater der königlichen Blutline. Seit Jahren kämpften sie gegen den Thronräuber aus Waterdeep, dessen Anspruch auf Neverwinter sie leugneten.

So wurden die Gefährten zurück an die Oberfläche geführt, wo ihnen auch die Augenbinden wieder abgenommen wurden. Es war ein kalter, nebeliger Morgen und man konnte nicht weit sehen. Arlon wies ihnen den Weg zu dem Treffpunkt und die Helden machten sich auf den Weg.

Am Treffpunkt angekommen, konnten sie zunächst niemanden sehen. Nach kurzen Augenblicken aber erschien der verlorene Erbe mit blau brennender Krone auf einem Häuserdach und brüllte ihnen mit von Wahnsinn verzerrter Stimme entgegen: “Narren und Verräter, dafür werden ihr leiden!” Er riss sich einen Handschuh von der rechten Hand und die Gefährten sahen eine schlanke Hand mit blau brennender Spellscar. Der Erbe hob die Hände zum Himmel, wurde von blauen Flammen umschlungen und hetzte seine plagenveränderten Kreaturen auf die Helden, die sich hinter einigen verfallenen Häusern versteckt gehalten hatten. Darauf hin verschwand er von dem Dach, zog aber eine Spur blauer Flammen hinter sich her.

Die Kreaturen stürzten sich mit blauen Flammen in den Augen und an den Klauen auf die Helden, konnten jedoch schnell abgewehrt werden. Nach kurzer Rast machten sich die Gefährten auf, der heißen Spur des Erben zu folgen…

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Des Rätsels Lösung

Alturiak 16, Year of the Ageless One (1479DR)

Die Flammenspur zog sich quer durch den Blacklake District, vorbei an Castle Never bis zur Winged Wyvern Bridge. Dort war ein in blauem Feuer brennender Schleimklumpen aus dem Fluss emporgestiegen und griff gemeinsam mit einer Meute plagenveränderter Hunde die Gruppe an.

Lange konnten die Helden allerdings nicht zurückgehalten werden. Nachdem sie sich der Monstrositäten entledigt hatten, folgten sie der Spur weiter bis an die Mauer. Dort hatte der verlorene Erbe offenbar die Tore geöffnet und plagenveränderte Kreaturen strömten aus dem Spalt in die Stadt.
Die Gefährten warfen sich in den Kampf und OrcLex sprintete beherzt zu den Winden für die Tore, um sie gleich wieder zu verschließen. Durch seinen beherzten Einsatz konnte die Flut schnell gestoppt und die wenigen eingedrungenen Kreaturen schnell überwältigt werden.

Auf dem weiteren Weg begegneten sie General Sabine, welche die Verteidigung der Stadt organisierte. Der Erbe war offenbar zum Marktplatz in der Enklave des Lord Protector geeilt. Dort angekommen sahen die Helden, dass der Erbe tatsächlich Seldra war. Sie hatte den Helm schließlich abgenommen und die Krone brannte mit blauem Feuer auf ihrer Stirn. Sie hatte sich zu dem versteinerten Drachen begeben und dort einen magischen Schild errichten, den die Gefährten zunächst nicht zu durchdringen vermochten.

Mit Wahnsinn in den Augen wirkte Seldra einen Zauber und der weiße Drache begann sich wieder in Fleisch und Blut zu verwandeln. Schließlich brachten die Helden den magischen Schild zu Fall und es kam zu einem Kampf zwischen ihnen und Seldra. Diese rief Feuerelementare herbei, die sich sofort in den Kampf warfen.

Nach einem kurzen, aber heftigen Gefecht konnten die Elementare schließlich verbannt und Seldra in die Knie gezwungen werden. Nachdem man ihr die Krone vom Haupt gestoßen hatte, erwachte sie langsam aus ihrem Wahn und ihr wurde klar, was sie angerichtet hatte.

Sie berichtete, dass sie die Krone in Waterdeep von roten Magier gekauft hatte. Im guten Glauben das Richtige zu tun, brachte sie die Krone nach Neverwinter. In ihrer Verzweiflung den wahren Erben nicht finden zu können setzte sie die Krone schließlich selbst auf und verfiel ihrem Fluch. Sie war sich mittlerweile sicher, dass die Krone eine bösartige Fälschung sein musste.

Die falsche Krone wurde von den Gefährten in ein Tuch gewickelt und erst einmal sicher verstaut. Seldra gaben sie ihr Schwert zurück, damit sie im Kampf gegen den Drachen zumindest einen Teil des Unheils, das sie angerichtet hatte, wieder gut machen könnte.

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